Seligpreisungen
Selig die, die über sich selbst lachen können;
sie werden immer genug Unterhaltung finden.
Selig die, die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können;
sie werden sich viel Arger ersparen.
Selig die, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen;
sie werden weise werden.
Selig die, die schweigen und zuhören können;
sie werden dabei viel Neues lernen.
Selig die, die intelligent genug sind, sich selbst nicht ernst zu nehmen;
sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.
Selig die, die aufmerksam sind für die Winke der anderen, ohne sich selbst für unersetzlich zu halten;
sie werden viel Freude säen.
Selig die, die lächeln können und kein böses Gesicht machen;
ihre Wege werden sonnenbeschienen sein.
Selig die, die fähig sind, das Verhalten der anderen mit Wohlwollen zu interpretieren;
sie werden zwar für naiv gehalten, aber das ist der Preis der Liebe.
Selig die, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen;
sie werden im Leben sehr weit kommen.
Selig die, die denken, bevor sie handeln, und beten, ehe sie denken;
sie werden eine Menge Dummheiten vermeiden.
Selig die, die schweigen und lächeln können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet
oder auf die Zehen tritt; sie sind dem Geist des Evangeliums sehr nahe.
Selig die, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben;
sie werden Licht und Güte und Freude ausstrahlen.
Urban Camenzind-Herzog, „Die Alternative“ (Kanisius Verlag, Freiburg/CH 1994).
Seligpreisungen
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