DBM
Don Bosco Mission » Über uns » Presse » 11.10.2005 - Nothilfe nach Erdbeben und Regenfluten

Nothilfe nach Erdbeben in Pakistan


Salesianer weiten Hilfsaktion auf weitere Katastrophengebiete aus

 

Nach der Nothilfe in den ersten Wochen für die Opfer des schweren Erdbebens   starten die Salesianer in Pakistan jetzt zu einer zweiten Hilfsexpedition. Bisher hatten sie in der Nähe der Stadt Abbotabad im Nordwesten zusammen mit 130 Schülern und Freiwilligen ein Hilfscamp für die Überlebenden aufgebaut, berichtet Pater Miguel Angel Ruiz vom katholischen Orden der Salesianer Don Boscos. Der Priester und sein Kollege Pater Peter Zago leiten im ostpakistanischen Lahore und Quetta im Westen Berufsbildungszentrum für Jugendliche aus armen Familien. Beide hatten sich direkt nach dem Erdbeben mit ihren Schülern auf den Weg zu den Katastrophengebieten gemacht.

 

Abbotabad und die umliegenden Dörfer sind vom Erdbeben praktisch ausradiert worden. „Die Menschen waren verzweifelt, hier herrschte ein völliges Chaos, “ sagt Pater Peter Zago. Die Salesianer  haben dort 160 Zelte, Gasküchen und sanitäre Einrichtungen aufgestellt. Mit Hilfe von lokalen Technikern konnten sie die Strom- und Wasserversorgung wieder herstellen. Darüber hinaus haben sie sich um warme Mahlzeiten und die medizinische Versorgung der Opfer gekümmert. „Hier gibt’s ein großes Krankenhaus, das ‚Ayub Teaching Hospital’ mit 300 Ärzten,“ sagt Pater Miguel. Aber in der ersten Woche kamen täglich bis zu 2000 Schwerverletzte an, die mit Hubschraubern aus den Bergen gebraucht wurden. Das konnten sie nicht allein bewältigen.“ Deshalb haben die Salesianer in dem Gelände um das Krankenhaus herum eine Krankenstation für leicht Verletzte errichtet. Hier werden sie täglich von einer Gruppe Doktoren und Krankenschwestern betreut. „Über die medizinische Versorgung hinaus haben wir Betten, Decken, Leintücher und Kleidung für die Menschen organisiert,“ sagt Pater Peter Zago. Inzwischen ist das Camp auf 500 Menschen angewachsen. Nach zwei Wochen der Nothilfe ist das Camp jetzt so gut organisiert, dass die Salesianer die Verantwortung an das lokale Personal übergeben konnten. Und neben dem Schrecken der Katastrophe haben die beiden Priester auch positive Erfahrungen gemacht. „Christen und Moslems, zwischen denen es im Alltag immer wieder zu Spannungen kommt, arbeiten hier einträchtig mit uns zusammen am Wiederaufbau,“ erzählt Pater Peter begeistert. „Jeder will mit anpacken.“

 

Jetzt planen Pater Miguel  und Pater Peter die nächste Hilfsaktion in Bakalot,  einer stark zerstörten Stadt Im Norden Pakistans, drei Autostunden von Abbotabad entfernt. Dort haben sich die Ordensleute bereits umgesehen, um die Hilfe auf die Bedürfnisse der Menschen abzustimmen.  „Die Stadt sieht aus wie ein Friedhof,“ sagt Pater Peter. „Man schätzt, dass es 30 000 Todesopfer gibt. Viele sind immer noch unter den Ruinen begraben.“

 

90 Prozent der öffentlichen Gebäude und Wohnhäuser wurden hinweg gefegt, so der italienische Pater. Die Salesianer werden demnächst mit 100 Auszubildenden los fahren und sich dort in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen um die Opfer kümmern. „Die Erfahrung der letzten Tage wird uns helfen, unsere Arbeit noch besser zu organisieren.“ Was gibt den Priestern in dieser Extremsituation Kraft? „Unser Ordensgründer Don Bosco,“ sagt Pater Peter. Denn auch er habe zu seiner Zeit Menschen in Not geholfen. „Und das Mitgefühl und die Unterstützung aller, die unsere Arbeit in Pakistan mittragen. Ihre Hilfe ist auch weiterhin nötig. Denn jetzt droht der Winter.“   

 

Die Salesianer Don Boscos sind ein katholischer Orden, der neben Pakistan in über 130 Ländern Schul- und Berufsbildungsprogramme für Straßenkinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien organisiert. Koordiniert und finanziert werden die weltweiten Hilfsprojekte von Don Bosco Mission in Bonn.

 

 

Spendenkonto:

Pax Bank Köln

Konto Nr. 22 378 015, BLZ 370 601 93

IBAN Nr. DE 92 3706 0193 0022 3780 15

Stichwort: „Pakistan“ oder „Guatemala“

 

Projekte:

Pakistan: Diaolog zwischen Christen und Muslimen

Hilfe nach dem Erdbeben