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CESAM-Arbeitsvermittlung/Personalleasing von Jugendlichen

Ein Zeichen der Aktualität und Lebendigkeit des Don Bosco Ideals ist in Brasilien mit dem Kürzel C E S A M (Centro Salesiano do Menor = Salesianerzentrum für Kinder und Jugendliche) verbunden.

 

Vor dreißig Jahren ist im Salesianerbruder Raymundo Mesquita (der zuvor jahrelang mit Jugendlichen aus eher wohlhabenden Familien gearbeitet hatte) der Entschluss gereift, sich ganz für die ärmeren Jugendlichen einzusetzen; und zwar in einem neuralgischem Lebensabschnitt: knapp vor dem Schulabgang – für allzu viele: knapp vor dem Schritt ins Nichts.

In dieser kritischen Phase bietet Raymundo Mesquita mit dem CESAM Hilfe.

 

Unter Einbeziehung der Schulen, der Eltern und privater Firmen und staatlichen Einrichtungen schafft er ein Auffangnetz – besser: eine Brücke für die 15-Jährigen aus armen Verhältnissen, die gerade die 7. Grundschulklasse besuchen und willens sind, an den Aktivitäten des CESAM mitzuarbeiten.

 

Geboten werden:

a) Kurse zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt

* allgemein: Rechte und Pflichten im Berufsleben

* spezielle Kurse der SENAC (1) (staatl. Berufsschule) für Bürohilfsdienste (120 Stunden) und EDV (30 Stunden)

 

b) Reguläre Anstellung

* mit Arbeitsvertrag (sozialrechtliche Absicherung!)

* mit ärztlichen Untersuchungen und entsprechenden Bestätigungen

* durch Bereitstellung von Arbeitskleidung

* und Entlohnung (1 Mindestlohn)

 

c) Begleitende Maßnahmen

* durch Sozialarbeiter, Psychologen und freiwillige Helfer, zusammen mit den Familien, den Schulen und –ganz entscheidend – mit den Vertragsfirmen.

 

d) Events

* monatliche Treffen bei Weiterbildung, Sport und Spiel, zu denen die Jugendlichen und ihre Eltern eingeladen werden

* durch Feiern des Weihnachtsfestes und der Geburtstage der Jugendlichen

* durch (Lehr-) Ausflüge und Treffen mit anderen CESAM-Jugendlichen

* durch Meisterschaften in diversen Sportarten

 

e) Weitere Aktivitäten

* Weiterbildung aller Erzieher und Freiwilligen

* Treffen mit den (in den Vertragsfirmen) für die Jugendlichen verantwortlichen Personen

 

Immer mehr Jugendlichen gelingt über diese „Brücke“ eine Anstellung, die Existenzsicherung, ja die Eigenständigkeit. Dazu kommt die Beispiel- und Breitenwirkung auf die Angehörigen und Nachbarn; und nicht selten bietet dieses Jahr bei CESAM den Jugendlichen die Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten und Talente zu entdecken, wodurch der Anstoß für außergewöhnlichen beruflichen Erfolg gegeben ist.

 

Mittlerweile gibt es bereits CESAM’s in fünf Hauptstädten: Belo Horizonte (1973), Goânia (1974), Brasilia (1979), 2 x in Rio de Janeiro (1985) und Vitória (1996). Diese Initiative “macht Schule” nicht nur in Brasilien; es kommen bereits Anfragen und Delegationen aus anderen Ländern. Der Begründer und Pionier Raymundo Mesquita (70) vergleicht dies mit einem Stein, der ins Wasser geworfen, Wellen auslöst, die sich rundum immer weiter ausbreiten.

 

Und das Erfolgsgeheimnis ist die Vernetzung der allzu oft parallel agierenden Institutionen. CESAM (als anerkannte NGO) + Sozial- und Jugendamt + staatl. Berufsschule + Grundschule + Familie in direkter Verbindung zu den Privatfirmen und staatlichen Wirtschaftsbetrieben.

 

(1) SENAC = Serviço Nacional de Aprendizagem Comercial (Staatliche Schule für kaufmännische Berufe)

(2) Exemplarisch: der Lebenslauf von Herrn Edgar (Interview, liegt bei Jugend Eine Welt auf)

 

Homepage CESAM - Centro Salesiano do Menor

 

 

 

 

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Nachrichten aus Brasilien

 

Kämpfer für Indianerrechte (10.07.2006)