Am 18. Dezember 2009 wurde die erste Niederlassung der Salesianer Don Boscos in Utrail/Bangladesh offiziell eingeweiht. Bangladesh zählt zu den am dichtest besiedelten und ärmsten Ländern der Erde. Es entstand im Jahre 1971 als sich Bengalen(das sogenannte Ostpakistan) von Pakistan lossagte und für unabhängig erklärte.
Utrail liegt im Westen des Landes, an der Grenze zum indischen Bundesstaat Meghalaya. Obwohl die Provinzhauptstadt Mymensingh nur 55 km entfernt liegt, dauert die Fahrt von dort bis zum Don Bosco Zentrum viele Stunden. Immer wieder haben Überflutungen die vorhandenen Brücken und Straßen zerstört. Hier siedeln neben den Bengali auch Garo Tribals. Sie arbeiten meist als Tagelöhner in der Landwirtschaft und leben aufgrund ihres niedrigen sozialen Status in Armut. Nur selten verdient ein Garo mehr als 1,50 € am Tag. Die Menschen in Bangladesch litten vor allem in den Jahren 2007 und 2008 stark unter den drastischen Preiserhöhungen insbesondere für Grundnahrungsmittel und für Brennstoff. Nach Schätzungen der Weltbank wurden über vier Millionen Menschen auf Grund der Teuerung zusätzlich unter die Armutsgrenze gedrückt.
Knapp 75% der Menschen in Bangladesch fallen darunter. Die Analphabetenqoute ist gr0ß, nur 55 % der Menschen in der Region um Utrail können lesen und schreiben. Deshalb fühlen sich die Salesianer besonders herausgefordert, die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen hierzu verbessern. Auf dem Gelände der von ihnen übernommenen Pfarrei liegt die St. Francis Xavier Grundschule, die jedoch in völlig vernachlässigten Gebäuden untergebracht ist und unter Platzmangel leidet. Deshalb ist das erste Projekte der Salesianer Don Boscos mit Don Bosco Mission auch die Errichtung einer neuen und besseren Grundschule mit Kindergarten. Sowohl das Kindermissionswerk in Aachen als auch die Leopold Bachmann-Stiftung in der Schweiz helfen, dieses Projekt zu finanzieren. Projektverantwortlicher ist P. Francis Alencherry SDB, der bis 2008 Generalrat für die Missionen in Rom war. Der Arbeitsbeginn in Bangladesch ist die konsequente Fortsetzung des Engagements der Salesianer Don Boscos für die Ärmsten der Armen.
Eine der Herausforderungen für die zwei Mitbrüder, die hier leben werden, ist die Arbeit in einem primär muslimischen Land. Dem interreligiösen Dialog kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
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