150 Jahre jung! Salesianer Don Boscos

 

2009 feiern die Salesianer ihr 150 jähriges Ordensjubiläum. In nur 150 Jahren haben sie es geschafft, zur zweitgrößten männlichen Ordensgemeinschaft der Welt anzuwachsen. Knapp 16 Millionen Jugendliche werden von den katholischen Patres weltweit betreut.

 



Interview mit Provinzial J. Grünner SDB
Deutsche Salesianer kümmern sich auch um jugendliche Straftäter

Von Barbara Just  (KNA) Vor 150 Jahren gründete der italienische Priester Johannes Bosco (1815 bis 1888) den na ...mehr

150 Jahre Zukunft für junge Menschen


Pater Javier ist extreme Hitze gewöhnt. Der gebürtige Peruaner lebt seit knapp 10 Jahren in Afrika, genauer in Sambia. Als Sozialarbeiter in der Diözese Lusaka, kümmert er sich um vernachlässigte Jugendliche und Straßenkinder. Wer den jungen Mann beobachtet, wie er mit Schülern Bemba spricht, einer Bantusprache, fragt sich: Wie kommt ein katholischer Priester aus Peru ins afrikanische Sambia? Die Antwort findet man weder in Sambia noch in Peru - sondern in Italien, genauer in Turin. Dort begann vor  150 Jahren die Erfolgsgeschichte der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos. Ihr Gründer, der junge Priester Johannes Bosco, war zutiefst betroffen vom Schicksal vieler junger Menschen, die in der aufstrebenden Industriestadt Turin völlig auf sich allein gestellt waren und emotional, sozial und religiös zu verwahrlosen drohten. Er begegnete ihnen in ihrer oft hoffnungslosen Situation im Turiner Jugendgefängnis. In seinen Erinnerungen schrieb er später dazu: „Wer weiß, sagte ich zu mir, wenn diese Jungen draußen einen Freund hätten, der sich um sie kümmerte, ihnen helfen und sie in der Religion unterrichten würde, wer weiß, ob sie sich dann nicht vom Untergang fernhalten könnten oder sich  wenigstens die Zahl derer verringerte, die wieder ins Gefängnis müssen?“ Diesen jungen Menschen wollte er „Vater, Bruder und Freund“ sein. Er glaubte fest an den guten Kern in jedem jungen Menschen.

 



Don Bosco gehört neben Phillip Neri, Angela Merici, Adolph Kolping zu den großen Vertretern der christlichen Pädagogik. Er entwickelte ein ganzheitliches Erziehungskonzept das Fehlern vorbeugen wollte - das Präventivsystem. Mit Blick auf Jesus Christus, den Guten Hirten, war Don Bosco vor allem sensibel für die besonders benachteiligten und ausgegrenzten Jugendlichen. Sein assistierender Erziehungsstil, der auf Vernunft, Liebe und Religion ruhte, war geradezu revolutionär für die damalige Zeit. Im Turiner Stadtteil Valdocco entstand das erste Don Bosco Jugendzentrum, Oratorium genannt. Es galt, den Jugendlichen von der Straße einen Raum zu geben, wo sie ihre Freizeit verbringen konnten, spielen und sich gleichzeitig schulisch und beruflich bilden konnten. Zu diesem Zweck richteten er und seine Mitarbeiter eine Schneiderei, eine Schlosserei und eine Buchdruckerei ein. Dieses erste Oratorium stand Model für die heute knapp 4400 Jugendzentren, die Jugendlichen in aller Welt einen eigenen Raum für ihre Bedürfnisse bieten. Motor dieser Expansion war die Gründung der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos am 18. Dezember 1859. Von seinen 19 engsten Mitarbeitern wurde Don Bosco zum Generaloberen der neuen Kongregation päpstlichen Rechts gewählt. Es folgte ein zähes und hartes Ringen zwischen Don Boscos, dem piemontesischen Staat, der Ortskirche und dem Vatikan um die Gestaltung der Regeln der neuen Gesellschaft.

 

Eine Idee geht um die Welt

 

150 Jahre später zählt die Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos knapp 16.500 Brüder und Priester. Dabei werden sie von tausenden haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt: Krankenschwestern, Lehrern, Therapeuten, Sozialarbeitern, Landwirtschaftsexperten und vielen anderen. Man findet sie in Flüchtlingslagern und Elendsvierteln, in abgeschiedenen Landstrichen und in städtischen Ballungsräumen, die so rasant wachsen dass sie die anfallenden Probleme nicht mehr verkraften und Millionen Menschen an den Rand drängen. „Wir gehen überall dorthin, wo wir gebraucht werden,“ umreisst der Leiter der Bonner Missionszentrale Br. Jean-Paul Muller die Strategie des Ordens: „Wenn wir in die Steppen der Äußeren Mongolei oder in den brasilianischen Regenwald gerufen werden, gehen

wir eben auch dorthin.“ Als Experten in Erziehungsfragen werden die Salesianer nicht geboren, ein Großteil ihrer Ausbildung beschäftigt sich mit Pädagogik und Sozialer Arbeit. Bereichernd ist darüber hinaus der interkulturelle Austausch. Italienische Salesianer arbeiten in Rumänien, indische Mitbrüder im Sudan und deutsche Salesianer im brasilianischen Urwald.

Kinderrechte einfordern

Sie fühlen sich dort gefordert, wo es um die Würde und die Rechte von Kindern schlecht bestellt ist: Sie lesen in Brasilien, Haiti und Sambia Kinder von der Straße auf, kümmern sich um behinderte Kinder in Vietnam und Indien, sorgen sich um verlassene Kinder in Russland und Rumänien, geben Müllkindern in Manila oder Kairo Kurse in Recycling, resozialisieren Drogensüchtige und kriminelle Jugendliche in Brasilien, fangen entlaufene Kindersoldaten in Sierra Leone und Kolumbien auf, holen Kinderprostituierte aus Bordellen und unterrichten Flüchtlingskinder im Sudan in Bretterbuden und Baumschulen. Auch in Deutschland stehen sie jungen Menschen zur Seite. In Berlin-Marzahn werden sogenannte Hartz IV Jugendliche auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet, in Köln-Mühlheim können sich die Mädchen und Jungs am Kickertisch austoben und erhalten Hilfe bei Hausaufgaben und Bewerbungen. In der Eifel erhalten jugendliche Straftäter eine zweite Chance.  „Kinder und Jugendliche sind immer das schwächste Glied in der sozialen Kette. Wir wollen ihnen über eine qualifizierte Ausbildung die Mittel und die Möglichkeit geben, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und es zum Besseren zu wenden“, fasst Br. Jean- Paul Muller die Philosophie der Don Bosco Mission zusammen.

 

 




Pater Javier, Salesianer Don Boscos

 

Auch Javier ist als Salesianer Teil der weltweiten Don Bosco Familie und hat in Sambia eine neue Heimat gefunden. Längst hat sich der Kosmopolit an die afrikanische Wirklichkeit gewöhnt. „In Peru sagen wir, man sei dort zuhause wo man satt wird. Don Bosco hat mich nach Afrika geführt. Die Arbeit in den Jugendzentren erfüllt mich mit tiefer Freude und gibt mir neue Kraft. Und satt werde ich hier auch!“

 

 Druckvorschau 
DON BOSCO MISSION
Sträßchensweg 3 ? 53113 Bonn ? Germany
Tel: +49 228 539 65-0 ? Fax: +49 228 539 65-65 ? E-Mail
Spendenkonto: 22 37 80 15 ? BLZ 370 601 93 ? Pax Bank

Spenden

Für die Jugend dieser Welt

Für die Jugend dieser Welt!

Spendenkonto: 22 37 80 15
BLZ: 370 601 93 - Pax Bank

Mit Euro

einmalig monatlich

Come to Bosco - Fahrt nach Turin



 

Einladung an alle Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Freunde Don Boscos in seine Heimat  zu fahren. Anläßlich des Jubiläumsjahres haben Gruppen und Einzelpersonen vom 25.06.2009 bis zum 08.09.2009 die Gelegenheit, die wichtigsten Stationen Don Boscos im Piemont kennen zu lernen. Mehr

_______________________________

150 Jahre Salesianer Don Boscos - In Deutschland und weltweit im Einsatz für die Jugend


Der Ordensgründer Johannes Bosco gehört zu den großen Vertretern der

christlichen Pädagogik. Vor 150 Jahren entstand im Turiner Stadtteil Valdocco

das erste Don Bosco Jugendzentrum, Oratorium genannt. Es galt, den Jugendlichen

von der Straße einen Raum zu geben, wo sie ihre Freizeit verbringen

konnten, spielen und sich gleichzeitig schulisch und beruflich bilden konnten.

Heute leben und arbeiten weltweit rund 16 000 Salesianer in 132 Ländern der

Erde zugunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Motor dieser Expansion

war die Gründung der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos am

18. Dezember 1859. Sie arbeiten als Priester, Diakone und Brüder in der Ausbildung

junger Menschen, in der Erziehung und Jugendseelsorge. In Straßenkinderzentren

und Berufsausbildungswerkstätten, in Schulen und Pfarreien erreicht

der katholische Sozialorden knapp 15 Millionen Jugendliche weltweit. Die

Bonner Don Bosco Mission fördert diese Arbeit mit Hilfe von Spenden.

In Deutschland sind rund 350 Salesianer zusammen mit etwa 1 600 Mitarbeitern

in 35 Einrichtungen tätig: Die jüngste Einrichtung der Salesianer Don Boscos

in Deutschland befindet sich in der Hauptstadt Berlin. Im Juni 2008 wurde

dort das Don-Bosco-Zentrum eingeweiht. Im Stadtteil Marzahn-Hellersdorf werden

junge Menschen beim Einstieg in ein geregeltes Leben unterstützt. Vielen

fehlt eine Grundlage zum Beginn einer Ausbildung. Das Don-Bosco-Zentrum

gibt ihnen eine Start-Chance.

            Für die Jugend dieser Welt!

http://donboscomissio.de