Lernchancen für Jugendliche und Erwachsene - Berufliche Bildung


In der heutigen wissensbasierten Weltwirtschaft gewinnt Lernen an Bedeutung für die Gestaltung ökonomischen Wachstums, gemeinsamen Wohlstands und der Armutsreduzierung.

 

Nachdem dieses EFA-Ziel bisher weitgehend vernachlässigt wurde, hat nun die Weltwirtschaftskrise lebenslanges Lernen wieder höher auf der politischen Agenda verankert. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt von einem bereits hohen Niveau weiter: Der prognostizierte Prozentsatz für das Jahr 2009 liegt bei 14-15%, im Vergleich zu 12% im Jahr 2008.

 

Die Teilnahme an der beruflichen Bildung ist parallel zu wachsenden Einschulungsraten in der Sekundarbildung gestiegen. Industriestaaten haben eine universelle Sekundarbildung fast erreicht. Auch die Hochschulbildung verzeichnet dort mit 67% im Jahr 2007 eine höhere Bruttobeteiligungsrate. Ärmere Regionen gehen mit unterschiedlicher  Geschwindigkeit voran. Bruttobeteiligungsraten in der Sekundarbildung reichen von 34% in Subsahara-Afrika, über 65% in den arabischen Staaten, bis hin zu 90% in Lateinamerika. Beteiligungsraten in der Hochschulbildung liegen bei lediglich 6% in Subsahara-Afrika, im Vergleich zu 22% in den arabischen Ländern und 35% in Lateinamerika.

In Industrieländern waren im Jahr 2007 etwa 16% der Sekundarschüler in Berufsbildungsprogrammen. In Entwicklungsländern hingegen waren dies nur 9%, am niedrigsten waren die Raten in Subsahara-Afrika mit 6% und in Süd- und Westasien mit 2%. In vielen Entwicklungsländern leidet die Berufsbildung bis heute unter einer Kombination aus Unterfinanzierung, Konzeptionsmängeln, negativen Einstellungen seitens der Eltern und einer schlechten Verknüpfung mit dem Arbeitsmarkt. Schülerinnen sind in der Berufsbildung häufig unterrepräsentiert.  Um Marginalisierung effektiv bekämpfen zu können, muss die berufliche Bildung über den Rahmen der Schulen und der formalen Bildung hinaus denken und Kindern ohne Schulbildung eine zweite Bildungschance eröffnen. Der Erfolg von Berufsbildungsprogrammen ist sehr unterschiedlich und wird stark beeinflusst von Faktoren auch außerhalb des Bildungssystems.

Erfahrungen zeigen, dass es zentral ist,

  • die Verknüpfung zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt zu stärken,
  • in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor nationale Qualifikationssysteme zu entwickeln,
  • vergangene Errungenschaften nicht als Garantie für künftige Erfolge zu betrachten und Berufsbildungsprogramme kontinuierlich durch die Regierung an das entsprechende Umfeld anzupassen,
  • die berufliche Bildung nicht von der allgemeinen Bildung durch starres Zuteilen in Berufsbildungsprogramme zu trennen, insbesondere nicht in frühem Alter,
  • Berufsbildungsprogramme in nationale Kompetenzstrategien zu integrieren, ausgerichtet an den Bedürfnissen von stark wachsenden Branchen.

Quelle: UNESCO Weltbericht Bildung für alle (2010)

 



Jugendliche in Ghana. Ausbildung im Don Bosco Zentrum Ashaiman

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"Ausgeschlossene einbinden." So lautet der Titel des Weltbildungseberichtes 2010, der bei der deutschen Unesco Kommission bestellt werden kann. Der  von einem unabhängigen Team verfasste Bildungsbericht  gibt jährlich einen Zwischenstand nach dem Weltbildungsforum in Dakar 2000, auf dem sich 164 Länder verpflichtet haben, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen:

  • Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung,
  • Grundschulbildung für alle Kinder weltweit,
  • Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen,
  • Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen,
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Verbesserung der Bildungsqualität.

Bildung war schon für Johannes Bosco vor über 150 Jahren der Schlüssel für eine gerechte Gesellschaft. In über 130 Ländern setzen sich die Salesianer Don Boscos für Bildung ein.

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