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Der Heilige Nikolaus von Myra
Der echte Nikolaus lebte vor etwa 1.700 Jahren in Myra, dem heutigen Demre in der Türkei. Nikolaus von Myra war ein Bischof, der sich besonders um Kinder und Menschen in Not kümmerte. Über den Heiligen Nikolaus gibt es viele alte Legenden.
In Myra gab es eine Hungersnot. Da fuhr ein Schiff in den Hafen, vollgeladen mit Getreide für den römischen Kaiser. Nikolaus überredete die Schiffsmannschaft, Getreide in Myra abzuladen. Damit konnten die hungrigen Menschen wieder Brot backen. Die Seeleute hatten Angst, dass der Kaiser das fehlende Getreide bemerken würde. Aber als sie im Hafen des Kaisers anlegten, war das Schiff wieder genauso beladen wie vorher - durch ein Wunder des Bischofs Nikolaus.
Nikolaus rettete auch drei Mädchen davor, an Kinderhändler verkauft zu werden. Der Vater war zu arm, um ihnen zu Essen, zu Trinken und Kleidung zu kaufen. Aus Verzweiflung wollte er seine drei Töchter verkaufen. Bischof Nikolaus warf nachts heimlich Gold durch das Fenster. So konnten die Mädchen glücklich bei ihrem Vater bleiben.
Der Nikolaus von Freetown
Auch heute gibt es noch Menschen wie den Heiligen Nikolaus. Einer von ihnen ist Lothar Wagner. Er lebt in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Lothar ist ein Don Bosco Bruder und kümmert sich um die Straßenkinder von Freetown. Im Don Bosco Haus „Fambul“ bekommen die Straßenkinder eine liebevolle Betreuung und genügend zu Essen. Sie können in die Schule gehen und eine Berufsausbildung machen.
Bruder Lothar hat schon viele Kinder davor bewahrt, an Kinderhändler verkauft zu werden. Er beschützt sie davor, als Sklaven 16 Stunden am Tag arbeiten zu müssen, Kindersoldat zu werden oder verkrüppelt zum Betteln geschickt zu werden. Als moderner Nikolaus spricht Bruder Lothar auch mit den Polizisten in Freetown. So schützt er die Straßenkinder davor, ins Gefängnis gesteckt zu werden.
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Bruder Lothar Wagner |
Eine bessere Zukunft für Strassenkinder
Bruder Lothar widmet sein Leben ganz dem Schutz der Kinder - wie der Heilige Nikolaus. In seinem Nikolaussack hat er für die Straßenkinder vor allem Liebe, Schutz, Sicherheit und eine bessere Zukunft. Er gibt ihnen aber auch Lebensfreude, zu Essen, Trinken, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Und wenn es sein muss, geht er für seine Kinder auch mal eine Nacht ins Gefängnis.
Verkaufte Kinder
In Sierra Leone gab es einen langen Bürgerkrieg. Im Krieg stritten sich Rebellen und die Regierung um die wertvollen Diamanten des Landes. Viele Kinder wurden als Kindersoldaten an die Front geschickt und mussten andere Menschen töten. Als der Krieg vorbei war, landeten diese Kinder auf der Straße und wussten nicht, was sie tun sollten. Familien wurden durch den Krieg auseinandergerissen und mussten fliehen.
Viele von ihnen haben auch nach dem Krieg keine Heimat mehr und wissen nicht, wie sie ihren Kindern genügend zu essen geben können. Und viele Kinder haben im Krieg ihre Eltern verloren. Sie schlagen sich auf der Straße mit Betteln und Stehlen auf dem Markt durch. Aus Verzweiflung verkaufen manche Eltern ihre Kinder an Menschhändler. Die Kinder müssen viele Stunden am Tag wie Sklaven in den Diamantminen schuften. Andere werden in entfernte Länder geschickt und arbeiten bis zum Umfallen auf Erdnuss- oder Baumwollplantagen. Und viele landen in einem reichen Haus, wo sie von morgens bis abends putzen, kochen und bügeln müssen. Die Menschenhändler dagegen verdienen viel Geld am Verkauf der Kinder.
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Bruder Lothar bei dem Projekt in Sierra Leone |