Für die Jugend dieser Welt!

Von den Straßen in die Zukunft



Angola, ein Staat in Südwest-Afrika, wurde durch einen jahrelangen Bürgerkrieg zerstört aber seit 2002 herrscht endlich Frieden. Zögerlich kehren Inlandsflüchtlinge in ihre angestammten Dörfer zurück, aber viele stehen vor dem Nichts. Sowohl in der Hauptstadt Luanda als auch in den ländlichen Gebieten begleiten die Salesianer Don Boscos die 1981 nach Angola kamen,  Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Wiederaufbau von Staat und Gesellschaft. Durch Alphabetisierungskurse, berufliche Bildung und den Aufbau einer medizinischen Grundversorgung. Auch in Angola kümmert sich die Ordensgemeinschaft besonders um Straßenkinder. Im Juni, dem Monat des afrikanischen Kindes, schilderten uns die Mitarbeiter die Geschichte eines solchen typischen Kinderschicksals, die des 14 jährigen Dinho. Mit Dinhos Ankunft im Don Bosco „Community Children’s Center“ (CCC) am Stadtrand von Luanda begann für ihn ein ganz neues Leben.

 

„Jeder nennt mich Dinho aber mein echter Name ist Adam. Ich bin 14 Jahre alt und wurde in  „ Buena Fe“ geboren, einem Vorort von Luanda. Als kleines Kind kannte ich meinen Vater nicht, weil er die ganze Zeit im Krieg war. Ich wohnte mit meiner Mutter und meinem Stiefvater zusammen. Ich litt sehr unter dieser Wohnsituation, weil meine Mutter und mein Stiefvater sich oft stritten und sie mich auch geschlagen haben. Nach dem Krieg, vor etwa zehn Jahren, habe ich dann meinen leiblichen Vater kennengelernt. Ich war damals vier Jahre alt. Ich bin öfters heimlich aus dem Haus geschlichen um ihn zu besuchen, aber jedes Mal, wenn meine Mutter mich erwischte, gab es danach ziemlich üble Schläge. 

 

Als ich das mit den Schlägen und dem ganzen Streit satt hatte, bin ich von Zuhause weggelaufen. Ich landete auf der Straße im Zentrum von Luanda und habe da schnell andere Jungs und Straßenkinder kennengelernt. Ich trug schmutzigen Kleider, begann Benzin zu schnüffeln, Marihuana zu rauchen und in der Regenzeit schlief ich unter Pappen. Um wenigstens ab und zu etwas zu Essen haben zu können, schloss ich mich einer Gruppe von älteren Jungen an, die mich und andere in meinem Alter zwangen, zu betteln. Wenn wir nicht genug Essen zusammen kriegten, wurden wir mit Schlägen bestraft. Oft weckte uns nachts die Polizei und zwang uns den Bahnhof zu putzen und Autos zu waschen. Sie schlugen uns auch.



Nach einer Weile hatte ich das alles so satt. Zum Glück habe ich die Salesianer kennengelernt. Einer der Patres und einige Volunteers kamen jede Woche zu uns auf die Straße, um mit uns zu spielen, zeigten uns Filme über Jesus und Don Bosco. Sie haben uns ermutigt ins Don-Bosco-Zentrum in Lixeira zu kommen. Ich ging schließlich gemeinsam mit Paizino hin, einem Freund von mir, den ich auf der Straße kennengelernt hatte. Im Don Bosco Zentrum wurden wir sehr herzlich empfangen. Kurze Zeit später fing ich an lesen und schreiben zu lernen und Sport zu treiben. Nun ist unsere Köchin Lucrezia so was wie unsere Mutter geworden und die Salesianer wie unsere Brüder. Was mich immer wundert: Sie korrigieren uns, wenn wir was Falsches machen, aber sie schlagen uns nicht. Ich habe beten gelernt und singe gerne Lieder, die uns Pater Roberto beibringt. Wir sind etwa 20 Kinder im Zentrum. Wenn wir uns hier anstrengen und gut benehmen kommen wir dann in ein Heim und danach können wir eine Berufsausbildung absolvieren.

 

Ich habe mich mittlerweile auch mit meiner Mutter versöhnt. Es gab aber auch Rückschritte. Ab und zu bin ich wieder auf die Straße zurück, wegen Drogen. Ich habe aber meinen Fehler eingesehen und bin wieder ins Zentrum zurück. Ich wurde wieder aufgenommen unter der Bedingung, dass ich nicht mehr weglaufe und seitdem bin ich auch nicht mehr weggelaufen. Ich habe meinem alten Leben den Rücken zugekehrt.

 

Hier im Don Bosco Zentrum habe ich einen guten Freund, Eliseo, mit dem ich mich gut verstehe. Ich bete täglich, dass ich nicht wieder auf der Straße lande und Drogen nehme. Ich bin den Salesianern sehr dankbar für alles was sie für mich getan haben.

DON BOSCO MISSION
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Unsere Projektreferentin Silja Engelbert kann Ihnen weitere Auskünfte geben:

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s.engelbert[at]donboscomission.de



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