Für die Jugend dieser Welt!

„Die Kämpfe sind wieder so heftig wie vor drei Jahren“



Juni/Juli 2012, Goma/Demokratische Republik Kongo: „Noch zu Jahresbeginn galt die Notsituation als überstanden… es hat nicht lange gedauert bis wir wieder drei Jahre zurückgeworfen wurden“, stellt P. Piero Gavioli, Direktor des Don Bosco Centers Ngangi, angesichts der neuen Kämpfe im Land fest. Wie bereits 2008/2009, als der Konflikt um die Vorherrschaft in der Region schon einmal eskalierte, leisten die Salesianer Don Boscos im Don Bosco Center Ngangi Nothilfe. Die bestehenden Programme im Zentrum – Nahrungsmittelhilfe für unterernährte Kleinkinder, die Aufnahme von Waisen und Resozialisierung von Kindersoldaten bieten die besten Voraussetzungen. Das Personal ist geschult im Umgang mit traumatisierten Kindern, verfügt über viel Erfahrung, und kann in der Notsituation auf die bestehende Infrastruktur zurückgreifen.

 

Bei ihrem letzten Rundgang durch die offiziellen und inoffiziellen Zeltstädte um Goma trafen die Salesianer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 66 unterernährte Kinder, die sie notdürftig versorgten. Sieben von ihnen waren in einem extrem kritischen Zustand. Sie konnten im Don Bosco Center aufgenommen werden, wo man sie medizinisch behandelt. Auch die Zahl der Kinder im Waisenhaus ist in den letzten zwei Monaten von 54 auf 72 gestiegen. 19 ehemalige Kindersoldaten aus Rutshuru, einer weiterhin umkämpften Stadt nördlich von Goma, finden im Don Bosco Center ein neues zu Hause. Professionelle psychologische Begleitung ist ihnen hier sicher.

 

An manchen Tagen reicht das Essen nicht mehr für die eigenen Schüler

„Wir möchten gerne allen unterernährten Kindern in den Camps mit Lebensmitteln und Arznei helfen“, ersehnt P. Piero. Aber dieses Ziel scheint kaum erreichbar. Die unsichere Lage aufgrund der Kämpfe macht auch der Versorgungsstruktur der Salesianer Don Boscos schwer zu schaffen. Milizen reißen sich die wenigen Nahrungesmittel, die noch angebaut werden, unter den Nagel, Wege für Einfuhren sind blockiert und so werden Nahrungsmittel im Krieg zu seltenem und teurem Gut. „Unsere Schülerinnen und Schüler an den Schulen bereiten sich in Goma zwar in Ruhe auf die Jahresabschlussprüfungen vor, aber unseren Mittagstisch – oft die einzige Mahlzeit der Kinder - können wir derzeit nicht mehr täglich anbieten.“

 


Und trotzdem gilt: Wer im Jugendzentrum Ngangi an die Tür klopft, ist sich der Hilfe gewiss – unabhängig von Hautfarbe, Stamm oder Religion. Um diese Hilfe geben zu können, benötigt das Don Bosco Center Ngangi entsprechende Ressourcen, aber die Aussichten sind schlecht. „Es wird für viele Menschen schwieriger werden zu überleben. Jede Hilfe ist für uns sehr wertvoll“ appelliert P. Piero.

 

Ein NAD Hintergrundpapier informiert über die Ursachen des Konflikts und die Rolle der Kirche im Kongo. Hier

 

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