Für die Jugend dieser Welt!

Kinder in die Schule - nicht in die Fabrik!



Der Kampf gegen Kinderarbeit in Ravulapalem, Indien

Satish ist neun Jahre alt. Er ist der erste in seiner Familie, der zur Schule geht und da-nach einen richtigen Beruf erlernt. Satish lebt in Kurukuru, einem kleinen Dorf im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh.

Er ist einer der Wenigen in seinem Dorf, der lesen kann. Stolz liest er am Wochenende den Eltern aus seinem Schulbuch vor. Seine Eltern hatten nie die Chance, lesen und schreiben zu lernen. Auch Satishs Leben wäre beinahe in den gleichen Bahnen verlaufen wie das seiner Eltern.

Denn Satishs Familie gehört zu der Gruppe der „Unberührbaren“, der Dalit. Sie werden als un-rein angesehen und stehen deshalb außerhalb des Kastensystems. Bis heute werden die Dalit von Kasten-Indern massiv diskriminiert. Die Da-lit gehören zur ärmsten sozialen Schicht und stammen aus Familien von Kleinbauern oder landlosen Tagelöhnern.

Schule statt Schuften

Aufgrund ihrer Armut und ausweglosen Situation werden die Dalit oft Opfer der sogenannten Schuldknechtschaft. Die Armut zwingt die Menschen, ihre Kinder gegen eine Kreditsumme dem Arbeitgeber zu entleihen. Sie sind das Sicherheitspfand für das entliehene Geld. Die 6-12-jährigen müssen dafür im Haushalt, beim Vieh oder in Fabriken für einen Hungerlohn arbeiten, oder wie Satish den ganzen Tag auf dem Feld schuften.

Meist sind die Eltern nicht in der Lage, die Zinsen für den Kredit zurück zu zahlen. Die Kinder werden dann, mit ihrem 12. Lebensjahr, an andere „Eigner“ weiter gereicht. Sie gelten dann als vollwertige Arbeiter.

In anderen Teilen der Region schuften bereits kleine Kinder in Steinbrüchen, der Textil- oder Automobilindustrie. Kinder sind beliebte Arbeitskräfte, da man ihnen noch geringere Löhne zahlen kann und sie sich nicht gewerkschaftlich organisieren. Bei dieser Form der ausbeuterischen Kinderarbeit werden die Kinder ernsthaft in ihrer Entwicklung und Gesundheit beeinträchtigt. Doch das Geschäft mit der Armut floriert trotz des staatlichen Verbots von Schuldknechtschaft und Kinderarbeit.

 

 

 

Um aktiv gegen Kinderarbeit vorzugehen und den arbeitenden Kindern eine Zukunftsperspektive zu geben, errichtete DON BOSCO MISSION mit Hilfe von Spendengeldern im Jahr 2005 die „Ravulapalem Ekalavya Child Labour and Bridge School“, eine Schule für Kinderarbeiter. Salesianerpater Thomas Pallithanam kämpft dort seit 1986 gegen die Kinderarbeit in der Region und setzt sich darüber hinaus für die diskriminierte Bevölkerungsgruppe der Dalit ein. Gemeinsam mit der von ihm gegründeten Nichtregierungsorganisation PARA (People´s Action for Rural Awakening) versucht er, den Menschen - und besonders den Kindern und Jugendlichen - bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Auch Satish hat hier neue Hoffnung geschöpft. Seit einem halben Jahr ist der Neun-jährige nun einer von 75 Schülern in Ravulapalem. Durch das Team der Don Bosco Organisa-tion PARA wurde er aus der Schuldknechtschaftbefreit. Nach langen Gesprächen stimmten die Eltern zu, dass der Junge die Kinderarbeiterschule besuchen kann. Viele Eltern, die selbst keine Schule besucht haben, sehen in der Schulbildung keinen Nutzen für ihre Kinder. Unter der Woche ist Satish im angeschlossenen Wohnheim zusammen mit 14 anderen Kindern untergebracht. Am Wochenende fährt er zu seiner Familie. Er hat schnell Freunde gefunden und ist ein eifriger Schüler. Die Kinderarbeiterschule geht speziell auf die Bedürfnisse der früheren Kinderarbeiter ein: In sogenannten Brückenkursen werden die Schüler auf das Lernniveau gebracht, das ihrem Alter entspricht. Dafür ist besondere Betreuung und Zuwendung nötig. Ziel ist es, die Kinder nach Abschluss der Brückenkurse, die ein Jahr dauern, wieder in den regulären Schulbetrieb zu vermitteln.



Erfolge motovieren weiterzumachen

Die Programme gegen Kinderarbeit und zur Wiedereingliederung in die Schule zeigen Wirkung. Die Zahl der Kinderarbeiter in der Region nimmt langsam ab. So wie Satish schauen nun viele ehemalige Kinderarbeiter hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Schufterei auf dem Feld gehört der Vergangenheit an. Satish träumt nun davon, nach der Schule Informatiker zu werden und seiner Familie ein kleines Häuschen zu kaufen.

Neben dem speziellen Förderunterricht für alle Klassen wird im Zentrum außerdem eine offene Schule für Kinder angeboten, die nicht mehr in den staatlichen Schulbetrieb zu integrieren sind. Ältere Jugendliche werden im Hinblick auf berufliche Ausbildungsmöglichkeiten beraten und vermittelt. Der Einbezug der Familien der Kinder ist für Pater Thomas Pallithanam ein besonders wichtiges Kriterium bei der Bekämp-fung der Kinderarbeit. Zum Konzept gehören auch Angebote für die Eltern. PARA organisiert unter anderem Frauenselbsthilfegruppen, Frauen– und Dalitbewegungen. Zudem unterstützt PARA Mikrokreditprogramme. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, Einkommen zu schaffen und somit Armut und finanzielle Abhängigkeiten zu bekämpfen. Darüber hinaus leisten P. Thomas und sein Team Aufklärungsarbeit. Sie gehen zu den Arbeitgebern der Kinder und führen vielfältige Gespräche. Der stu-dierte Anwalt P. Thomas macht sich zusam-men mit PARA für die Rechte der diskriminierten Bevölkerungsgruppe der Dalit stark. Ohne den Gang an die Öffentlichkeit und den Druck auf die Politik blieben Menschenrechtsverletzungen gegen die Dalit sonst ungeahndet.

 

 

 

 

                   Helfen Sie mit....

                         ...für die Jugend dieser Welt!

 


DON BOSCO MISSION
Sträßchensweg 3 - 53113 Bonn - Germany
Tel: +49 228 539 65-0 - Fax: +49 228 539 65-65 - E-Mail
Spendenkonto: 22 37 80 15 - BLZ 370 601 93 - Pax Bank
 

So können Sie helfen!

 

10 €      kostet das Essen für ein Kind in einem Monat

 

18 €      kosten die Schulmaterialien für ein Kind für ein halbes Jahr


Schenken Sie Zukunft- Mit Ihren Spenden!

Spendenkonto: 22 37 80 15

                 BLZ: 370 601 93

                 Pax Bank

       Stichwort: P/Indien/Ravulapalem

Haben Sie Fragen?

Projektreferentin Margret Vogt kann Ihnen kann Ihnen weitere Auskünfte geben: 0228 539 65 22

 

 

Die Projektinformation gibt es auch zum runterladen!

INH_Revulapalem_Kinderarbeit