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Selbstständigkeit durch verbesserte Landwirtschaft

In Battambang in Kambodscha wurde durch eine Verbesserung der Anbaumethoden die Reisernte der Salesianer im Vergleich zum Jahr 2011 mehr als vervierfacht! Zum ersten Mal wurde auf den Feldern der Don Bosco-Schulen genug Reis geerntet, um die 250 Schülerinnen und Schüler der zwei Don Bosco-Schulen in Salabalath und Andung Chenh über ein ganzes Jahr täglich mit zwei Mahlzeiten zu versorgen.

 


Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Noch im 2011 fiel der Ernteertrag in der trockenen Region wegen mangelnder Wasserversorgung und veralteter Produktionstechniken enttäuschend aus: auf 7 ha Land konnte nur knapp eine Tonne pro Hektar geerntet werden. Da Mangelernährung noch immer ein großes Problem in Kambodscha ist, bekommen die Schüler in den Don Bosco Schulen täglich ein warmes Mittagessen. Für die Schüler, die aus extremer Armut kommen und deren Familien nicht einmal Schulgeld zahlen können, reichte der  selbst angebaute Reis jedoch nicht aus und zusätzliche Lebensmittel mussten teuer eingekauft werden, um alle Schüler satt zu kriegen.

 

 



 

Vorangetrieben wurde die Entwicklung von Dr. Walter Zwick, einem Agrarexperten aus Speyer, der die Salesianer in Kambodscha schon seit mehreren Jahren in der Entwicklung ihrer Farmbetriebe unterstützt. Bei seinem 13. ehrenamtlichen Einsatz über den Bonner Senior Experten Service hat er Anfang 2012 das Reisanbauverfahren in Battambang optimiert. Er beriet und schulte Lehrer und Farmpersonal der Salesianer und die lokalen Bauern in Anbautechniken, Bewässerungsverfahren sowie dem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Die Ackerflächen wurden nivelliert und eine Trocknungsanlage gebaut, mit dem der Reis nun besser gelagert und vor Schädlingen geschützt werden kann.

 


Die Resultate dieser Hilfe sind nun deutlich erkennbar: Es wurden bereits 4,2 Tonnen Reis pro Hektar geerntet. Mit der Ernte ist die Lebensmittelversorgung der Schulen gesichert, und darüber hinaus ist in Zukunft zu erwarten, dass mit einer Zunahme der Ernte der Reis bald auch als Einkommensquelle für die Schulen dienen wird. Dr. Zwick rechnet in Zukunft mit rund 25 Tonnen Reisernte pro Jahr. Damit werden die Schulen wirtschaftlich unabhängig, und zudem profitieren die landwirtschaftlichen Auszubildenden von den neuen Kenntnissen und werden so zu Multiplikatoren effektiver Agrarwirtschaft – eine nachhaltige Veränderung ist also sicher.

 


Im Jahr 2011 erwarben die Salesianer zusätzliches Land, auf dem in Kürze neben Reis auch Obst und Gemüse angebaut sowie Hühner gehalten und Fischzucht betrieben werden soll. Das Ziel der Salesianer ist, bald alle Don Bosco-Schulen in Kambodscha mit den Erträgen der Farmen selbst zu versorgen. Die Salesianer werden so zu einem Vorbild für die umliegenden Bauern, denen die Methoden für ihre eigene Versorgung zugute kommen. In einem Land, das nach dem Ende des US-Programms für Nahrungsmittelhilfe gerade erst wieder lernen muss, auf eigenen Füßen zu stehen, ist eine solche wirtschaftliche Unabhängigkeit besonders bedeutsam.

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