Für die Jugend dieser Welt!

Bildung gegen Opium

Möchte man Salesianerpater Charles Saw Thi Han Lwin besuchen, muss man sich auf eine lange Reise gefasst machen. Drei bis vier Tage dauert alleine der Fußmarsch, der in den unzugänglichen Bundesstaat Wa führt. Bisher lebten die Menschen im Grenzgebiet zwischen China und Myanmar hauptsächlich vom Opiumanbau. Das Verbot 1995 hat vielen Bauern die Existenzgrundlage entzogen. Die kargen Böden und die steilen Hänge eignen sich nur bedingt für Landwirtschaft. Den meisten Menschen fehlt das Wissen, wie unter solchen Bedingungen trotzdem ertragreich angebaut werden kann. Infrastruktur gibt es hier kaum,  es fehlt an Trinkwasserstationen, Straßen und vor allem an Schulen. Der Staat hat den Bauern zwar den Opiumanbau verboten, jedoch keine Alternativen dazu bereitgestellt.

 

Jugendlichen eine Option für die Zukunft bieten, dieser Aufgabe haben sich die Salesianer verschrieben. In Wa heißt dies konkret, Kindern und Jugendlichen Alternativen zum Opiumanbau zu bieten. Bildung schafft dafür die besten Voraussetzungen. Sieben Grundschulen unterhalten die Patres hier. Unterrichtsmaterial ist knapp und schwierig zu besorgen. Das Hauptproblem ist jedoch der Mangel an qualifizierten Lehrern und Erziehern.

 

Um dem entgegenzuwirken, haben die Salesianer ein Volontärprogramm ins Leben gerufen. Junge Absolventen und Lehramtsanwärter aus Rangoon und anderen Städten des Landes, verpflichten sich, mindestens ein Jahr hier in Wa zu arbeiten. Sie stehen den Lehrern zur Seite, betreuen kleinere Lerngruppen und ermöglichen schulische Bildung auch im entlegensten Winkel des Gebietes. Neben Burmesisch unterrichten die jungen Studenten vor allem Englisch, Mathematik und Hygiene. Zusätzlich helfen sie beim Bau von Brunnen und Latrinen und begleiten die Salesianer und Ordensschwestern bei Krankenbesuchen. Eine herausfordernde Tätigkeit, zumal die Studenten in einfachsten Unterkünften und mit kargen Mahlzeiten auskommen müssen. Mais und Senfblätter sind hier die Hauptnahrungsmittel. Doch die praktischen Erfahrungen und der Umgang mit den Kindern lassen die Umstände schnell in den Hintergrund rücken.

 

Schon Don Bosco selber wusste, dass die Ausbildung von Erziehungspersonal ebenso wichtig ist wie die Bildung selber. 22 Euro im Monat zahlen die Salesianern den jungen Hilfslehrern. Das Geld ist als Startkapital gedacht, für die Zeit nach ihrem Einsatz in Wa. Gemeinsam mit Don Bosco Mission konnten im Jahr 2007 42 Volontäre finanziert werden. Ohne sie ließen sich die sieben Zentren der Salesianer kaum aufrecht erhalten.

 


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Sozialarbeit mit der Stammensbevölkerung

1995 kamen die Salesianer nach Wa. Echte Pionierarbeit war gefragt, denn Verbindungen zur Außenwelt gab es so gut wie nicht. Noch im 20. Jahrhundert war die Gegend für Kopfjäger bekannt. Die schwierigste Hürde war es jedoch, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Denn Erfahrungen mit leeren Versprechungen hatten die Menschen genug gemacht. Umso erstaunter die Reaktion, als die Ordensbrüder keinerlei Gegenleistung für den Bau der Schulen und Stationen verlangten.

 



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