Weiter

Um Ihnen eine bestmögliche Nutzung unserer Website zu ermöglichen setzen wir Cookies zur Webanalyse ein. Indem Sie unsere Website weiter nutzen, erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen

Sie befinden sich hier:   Home  > Don Bosco Forum 2017

Don Bosco Forum 2017

Und raus bist Du!? Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Teilhabe

Mehr als 400 Gäste trafen sich beim Don Bosco Forum in Bonn um über die soziale Ausgrenzung von Jugendlichen zu diskutieren. "Wir als Don Bosco wollen Jugendliche aus dem Abseits holen", betonten die Geschäftsführer, Christian Osterhaus Don Bosco Mondo und Nelson Penedo von Don Bosco Mission Bonn . Hunderte junge und alte Mitglieder der Don Bosco Einrichtungen weltweit, Interessierte sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft nahmen an dem Treffen in der Universität zu Bonn teil.

Gruppenfoto der Gäste des Don Bosco Forum 2017
Die Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn und Don Bosco Mondo, Missionsprokurator Pater Schliermann SDB und die Referenten Pater Koshy SDB und Pater Vincent SDB
Pater Vincent SDB über seine Arbeit in Bethlehem
Figuren erinnern an Straßenkinder auf dem Don Bosco Forum 2017
Sebastian Schuster, Projektreferent Don Bosco Mondo - auf dem Podium beim Don Bosco Forum
Besucher des Don Bosco Forum
Zauberer Pascal führt seine Tricks auf dem Don Bosco Forum vor
Pater Koshy SDB bei seinem Vortrag auf dem Don Bosco Forum
Pater Koshy SDB auf dem Don Bosco Forum 2017
Die Teilnehmer der Don Bosco Jugendbegegnung im Publikum beim Don Bosco Forum
Diskussion zum Thema Wirtschaft in einem Workshop des Don Bosco Forum
Don Bosco Volunteers leiten einen Workshop auf dem Don Bosco Forum
Simon Härting SDB bei seinem Workshop zum Thema Ausgrenzung in Deutschland
Don Bosco Volunteers bei einem Workshop auf dem Don Bosco Forum

Pater Thomas Koshy SDB Direktor des Don Bosco National Forum for the Young at Risk (YAR) mit Sitz in Neu Delhi weiß, was soziale Ausgrenzung von Jugendlichen heißt. Rund zehn Millionen Kinder leben in seiner Heimat Indien auf der Straße. Auf dem Don Bosco Forum berichtete der 66 jährige Pater über seine Arbeit. Seit Jahrzehnten setzt er sich für Straßenkinder ein. Bildung ist für ihn ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

 

Kultur der Ausgrenzung

Ein garvierendes Problem in Indien ist das Kastensystem, das eine strikte Trennung von gesellschaftlichen Schichten vorsieht. So werden die sogenannten Unberührbaren von der Gesellschaft ausgegrenzt und müssen niederen Arbeiten nachgehen, wie der Toilettenreinigung und der Müllentsorgung. Pater Koshy beklagt eine Kultur der Ausschließung, die Fortschritte verhindert.

 

Das Netzwerk YAR koordiniert die Arbeit von 84 Don Bosco Einrichtungen landesweit. Kinderarbeit soll verboten, Kinderrechte gestärkt und vor allem armen Kindern Zugang zu Bildung verschafft werden. Pater Koshy kennt viele Erfolgsgeschichten: Ein ehemaliges Straßenkind, das durch ein Zugunglück ein Bein und Arm verloren hat, hat die Universität mit Bravour gemeistert und leitet mittlerweile ein Don Bosco Zentrum.

 

Für Pater Vincent Raj, stellvertretender Direktor der Don Bosco Einrichtung in Bethlehem, gehört Ausgrenzung zum Alltag. Der 39-jährige Inder kam 2006 nach Bethlehem und arbeitet seit 2014 in der Don Bosco Einrichtung. Auf dem Forum berichtet er von seinen Erfahrungen. Bethlehem ist für ihn ein Gefängnis:“Wenn die Menschen etwa für eine Beerdigung nach Jerusalem wollen, müssen sie erst die Genehmigung beantragen.“

 

Die Salesianer haben in Bethlehem eine Bäckerei, die die Bevölkerung mit Brot versorgt, eine Technische Schule mit 150 Studenten und eine Berufsschule mit 150 Schülern, ein Kunsthandwerkszentrum und ein Jugendzentrum. Muslime und Christen kommen zu den Salesianern. Schulbildung ist in Palästina besonders wichtig, viele Jugendliche brechen aber die Schule ab und finden keinen Job und rutschen dann in die Kriminalität, Gewalt und Radikalisierung ab.

Emotionale Ausgrenzung

Auch in Deutschland gibt es viele Jugendliche, die ausgegrenzt sind und auf Ablehnung treffen. „ Es gibt eine Form der emotionalen Ausgrenzung, die schwere Narben bei den jungen Menschen hinterlässt“, so Simon Härting SDB, Erziehungsleiter im Don Bosco Jugendhilfezentrum in Sannerz bei Fulda. „ Wir hatten einen Jungen bei uns, der von seinen Eltern, Großeltern, von seiner gesamten Familie abgelehnt wurde. Niemand wollte mit ihm Kontakt haben. Als Schutz hat er sich einen Panzer aufgebaut- auch körperlich. Wir haben es in einem Jahr nicht geschafft, eine Beziehung mit ihm aufzubauen. Das ist aber das Wichtigste: Wir müssen eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen.

 

„Manchmal kommen wir auch an die körperlichen Grenzen, denn Jugendliche können aggressiv werden oder beleidigend; so sehr dass es uns auch körperlich treffen kann. Da muss man darauf achten, dass man sich gut abgegrenzt und im Blick hat, was überhaupt machbar ist und was nicht. Als Don Bosco bieten wir aber immer die Möglichkeit, einen Neuanfang zu starten. Bei uns gilt ein schon fast geflügeltes Wort: "Im Zweifel geben wir auch eine zehnte Chance." 

Gruppenfoto der Teilnehmer der Don Bosco Jugendbegegnung 2017
40 Jugendliche aus Europa und dem Nahen Osten suchten eine Woche lang nach Wegen aus der Radikalisierung. Die Ergebnisse stellten sie auf dem Don Bosco Forum vor. ©Stefan Hermes

Am Ende des Don Bosco Forum präsentierten die Teilnehmer der Internationalen Jugendbegegnung, die im Vorfeld stattfand, ihre Ergebnisse zum Thema Ausgrenzung. 40 Jugendliche aus Europa und dem Nahen Osten suchten eine Woche lang nach Wegen aus der Radikalisierung. Auf dem Forum präsentierten sie ein Video, das zu mehr Toleranz und Frieden aufruft. Zudem zeigte eine Tanzperformace eindrucksvoll, was es bedeutet, ausgegrenzt zu sein. Die Begegnung mit den Teilnehmern aus verschiedenen Ländern, empfanden alle Jugendlichen als eine Bereicherung. „Je mehr wir voneinander wissen, um so toleranter werden wir“, so das Fazit einer Teilnehmerin.