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Humanitäre Katastrophe in Syrien

Don Bosco muss Arbeit in Damaskus vorerst einstellen

Die Salesianer Don Boscos müssen ihre Aktivitäten in Damaskus vorerst einstellen. Verschiedene Wohngebiete und Straßen der Hauptstadt wurden von Granaten getroffen. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt stetig. Opfer sind vor allem Zivilisten. 

 

Schon in der Vergangenheit hatte das Don Bosco Zentrum in Damaskus geschlossen - zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sobald die Sicherheitslage sich verbessert, wollen die Salesianer die Einrichtung wieder öffnen. In Aleppo im Norden von Syrien sind die Salesianer weiter aktiv. Auch das Oratorium bleibt geöffnet. Kinder und Jugendliche können dort spielen und Sport treiben, auch ihre Eltern sind dort willkommen.

 

Pater Pier Jabloyan ist Direktor der Don Bosco Einrichtung in Aleppo. Im Interview berichtet er über die täglichen Herausforderungen in Syrien.

Katastrophale Lebensbedingungen in Aleppo

23.02.2018 - Die Sicherheitssituation in Aleppo im Norden Syriens hat sich verbessert, ist aber immer noch fragil. Die Bevölkerung steht nicht mehr unter Dauerbeschuss, aber die Lebensbedingungen sind katastrophal. "Es gibt kein Benzin oder fließend Wasser- und auch keinen Strom. Zudem herrscht ein Lebensmittelmangel. Die meisten Familien kämpfen jeden Tag ums Überleben und haben massive wirtschaftliche Probleme. Der Alltag ist für die Menschen nur schwer zu bewältigen", so Pater Pier.

 

Don Bosco Aktivitäten in Aleppo gehen weiter

 

Im Oratorium von Don Bosco gehen die Aktivitäten weiter zur großen Freude der Jugendlichen und ihrer Familien. Die Patres und die jungen Menschen blicken zuversichtlich in die Zukunft - trotz der schwierigen Lebensbedingungen. Die Angebote nach der Schule für Kinder und Jugendliche bleiben bestehen: Jungen und Mädchen aus der Umgebung spielen im Hof und können an Sportaktivitäten teilnehmen. Es findet auch Religionsunterricht statt. "Das sind Momente der Normalität, in einer Situation, die nicht normal ist", betont Pater Pier. "Es ist wichtig, den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass wir ihnen nahe und für sie da sind."

 

 

Der Bevölkerung in Syrien fehlt es an allem

Die Bevölkerung in Aleppo spürt die Folgen des Bürgerkrieges am meisten. Pater Pier spricht von einer nie da gewesenen humanitären Katastrophe. Seit 2011 kämpfen bewaffnete Rebellengruppen gegen das Assad-Regime. "Der Bevölkerung fehlt es an allem: Lebensmittel, Strom, Trinkwasser, Gas und auch 'die Menschlichkeit' ist verloren gegangen. Dinge, die für uns normal sind, ein Handy an die Steckdose anzuschließen und aufzuladen sowie laufendes Wasser aus dem Hahn gibt es hier nicht."

 

Keine Zone in Aleppo ist sicher

 

Keine Zone in Aleppo ist sicher. Vor wenigen Wochen ist eine Granate auch im Garten der Salesianer explodiert. In der Nähe befanden sich 20 Personen. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Die Stadt ist vermint und überall kommt es zu Explosionen. Der Fußballplatz des Don Bosco Oratoriums hat viele große Löcher, verursacht durch Einschläge von Granaten.

Eindrücke aus Aleppo, Damaskus und Kafroun

Zerstörte Häuser in Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Drei Kinder laufen durch die zerstörten Straßen von Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Ein kleines Mädchen inmitten von Müll und Verwüstung in Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Kinder auf dem Weg in die Schule in Syrien, Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Ein Mann sitzt erschöpft am Straßenrand in Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Ein kleiner Junge beim Unterricht im Don Bosco Zentrum in Aleppo. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Das Don Bosco Zentrum in Damaskus. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Kinder und Jugendliche im Don Bosco Zentrum in Damaskus. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Kinder nach dem Besuch des Don Bosco Zentrums in Syrien, Damaskus. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Pater Pier Jabloyan im Don Bosco Zentrum in Syrien, Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Messe in Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Kinder spielen im Don Bosco Zentrum in Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Ein Bus bringt die Kinder ins Don Bosco Zentrum von Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Pater Pier Jabloyan, Direktor der Don Bosco Einrichtung in Aleppo, mit einer Mutter und ihrem Baby in Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro
Ein Junge in Syrien, Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro