Stellungnahme zu Missbrauchsvorwürfen Aktuelles - 22.11.2019

Mit Betroffenheit haben wir die Missbrauchsvorwürfe gegen ein Ordensmitglied der Salesianer Don Boscos der Ordensprovinz Flandern (Nord-Belgien mit den Niederlanden) zur Kenntnis genommen, über die in diesen Tagen in deutschen wie internationalen Medien berichtet wird. Der Priester soll im Rahmen seiner Tätigkeit für die Caritas in der Zentralafrikanischen Republik Minderjährige sexuell missbraucht haben. Nach Aufkommen der Vorwürfe wurde er im Juni 2019 von seinen Aufgaben entbunden. Seitdem wird strafrechtlich gegen ihn ermittelt. Im Laufe dieser Ermittlungen wurde bekannt, dass der Beschuldigte bereits 2012 von der belgischen Justiz wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden war.

Strafrechtliche Ermittlungen

Die genannten Vorwürfe erschüttern uns. Unser volles Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Familien. Wir begrüßen die Einleitung der nötigen strafrechtlichen Ermittlungen der zuständigen staatlichen Behörden und die innerkirchlichen wie ordensinternen Ermittlungen zur Aufklärung der Vorwürfe. Alle gewonnene Erkenntnis wird dazu beitragen, derartige Fälle und mögliche Versäumnisse in Zukunft zu vermeiden und den Kindesschutz konsequent und bestmöglich zu stärken.

Offizielle Stellungnahmen

Zu den Einzelheiten der in den Medien dargestellten Sachverhalte und Vorwürfe kann die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos keine weitere Stellungnahme abgeben. Wir verweisen auf die offiziellen Stellungnahmen von Caritas International vom 19.11.2019 und der zuständigen flämischen Provinz der Salesianer Don Boscos vom 21.11.2019 .

Langfristige Aufarbeitung von Missbrauch

Die Pädagogik Don Boscos ist dem Wohl der jungen Menschen verpflichtet; jegliche Form des Missbrauchs und der Misshandlung ist mit der christlichen Pädagogik im Geist Don Boscos absolut unvereinbar. Wir sind davon überzeugt, dass eine nachhaltige Prävention und positive Veränderungen nur durch eine langfristige, ehrliche und grundlegende Aufarbeitung von Missbrauch gelingen können. Hierzu haben wir uns bereits vor Jahren verpflichtet. Die Vorstellung, dass ein bereits verurteilter Täter möglicherweise erneut Kindern schaden konnte, schmerzt uns daher besonders.

Kultur des Hinschauens und Handelns

In den vergangenen Jahren wurden in den Einrichtungen der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos verschiedene Maßnahmen der Sensibilisierung und Prävention initiiert und mit Priorität umgesetzt, um auf allen Ebenen eine „Kultur des Hinschauens und Handelns“ zu fördern. Bei der Erarbeitung und Implementierung von neuen Schutzkonzepten und -maßnahmen gemäß den heutigen wissenschaftlichen Standards lassen wir uns auch extern beraten.

Schutzkonzepte und Richtlinien

Dieses Anliegen verfolgen wir sowohl in der Deutschen Provinz als auch in unserer weltweiten Zusammenarbeit – ungeachtet der großen Herausforderungen, vor die uns dies vor allem in besonders armen Ländern stellt. Bei der Zusammenarbeit mit unseren internationalen Projektpartnern legen wir besonderen Wert darauf, dass sie sich verpflichten, Schutzkonzepte und Richtlinien zu implementieren und konsequent umzusetzen. Hier besteht weiterhin ein großer Handlungsbedarf.

Pater Josef Grünner SDB, Missionsprokurator Don Bosco Mission Bonn, steht Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@donboscomission.de Auskunft.