Junge beim Fusßballspielen in Albanien Junge beim Fusßballspielen in Albanien

Don Bosco Forum 2017

Das Thema soziale Ausgrenzung von Jugendlichen weltweit stand im Fokus der Veranstaltung. Pater Thomas Koshy SDB und Pater Vincent Raj berichteten von ihren Projekten in Indien und Bethlehem.

Und raus bist du!? Jugendliche zwischen Ausgrenzung und Teilhabe

Pater Thomas Koshy SDB Direktor des Don Bosco National Forum for the Young at Risk (YAR) weiß, was soziale Ausgrenzung heißt. Rund zehn Millionen Kinder leben in seiner Heimat Indien auf der Straße. Seit Jahrzehnten setzt sich der 66jährige für Straßenkinder ein. Er beklagt eine Kultur der Ausgrenzung in Indien, die Fortschritte verhindere. Bildung ist für ihn ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Ausgrenzung im Alltag

Für Pater Vincent Raj, stellvertretender Direktor der Don Bosco Einrichtung in Bethlehem, gehört Ausgrenzung zum Alltag. Der 39-jährige Inder kam 2006 nach Bethlehem und arbeitet seit 2014 in der Don Bosco Einrichtung. Auf dem Forum berichtet er von seinen Erfahrungen. Bethlehem ist für ihn ein Gefängnis: “Wenn die Menschen etwa für eine Beerdigung nach Jerusalem wollen, müssen sie erst die Genehmigung beantragen.“

Emotionale Ausgrenzung

Auch in Deutschland gibt es viele Jugendliche, die ausgegrenzt sind und auf Ablehnung treffen. „Es gibt eine Form der emotionalen Ausgrenzung, die schwere Narben bei den jungen Menschen hinterlässt“, so Simon Härting SDB, Erziehungsleiter im Don Bosco Jugendhilfezentrum in Sannerz bei Fulda. „Wir hatten einen Jungen bei uns, der von seinen Eltern, Großeltern, von seiner gesamten Familie abgelehnt wurde. Niemand wollte mit ihm Kontakt haben. Als Schutz hat er sich einen Panzer aufgebaut- auch körperlich. Wir haben es in einem Jahr nicht geschafft, eine Beziehung mit ihm aufzubauen. Das ist aber das Wichtigste: Wir müssen eine Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen.

Eindrücke vom Don Bosco Forum 2017:

"Im Zweifel geben wir auch eine zehnte Chance."

„Manchmal kommen wir auch an die körperlichen Grenzen, denn Jugendliche können aggressiv werden oder beleidigend; so sehr, dass es uns auch körperlich treffen kann. Da muss man darauf achten, dass man sich gut abgegrenzt und im Blick hat, was überhaupt machbar ist und was nicht. Als Don Bosco bieten wir aber immer die Möglichkeit, einen Neuanfang zu starten. Bei uns gilt ein schon fast geflügeltes Wort: "Im Zweifel geben wir auch eine zehnte Chance."

Wege aus der Radikalisierung

Am Ende des Don Bosco Forum präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Internationalen Jugendbegegnung, die im Vorfeld stattfand, ihre Ergebnisse zum Thema Ausgrenzung. 40 Jugendliche aus Europa und dem Nahen Osten suchten eine Woche lang nach Wegen aus der Radikalisierung. Auf dem Forum präsentierten sie ein Video, das zu mehr Toleranz und Frieden aufruft. Zudem zeigte eine Tanzperformance eindrucksvoll, was es bedeutet, ausgegrenzt zu sein. Die Begegnung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Ländern, empfanden alle Jugendlichen als eine Bereicherung. „Je mehr wir voneinander wissen, um so toleranter werden wir“, so das Fazit einer Teilnehmerin. 

Weitere Veranstaltungen:

Lothar Wagner in einer Gruppe von Jungen

Mission Possible - 50 Jahre Engagement für junge Menschen weltweit

Das Don Bosco Forum 2019
ehemalige Kindersoldatin in der Ciudad Don Bosco

Jugendliche: Leben zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Das Don Bosco Forum 2018

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@donboscomission.de Auskunft.