Ein Abschied, der weh tut

Alle Don Bosco Volunteers mussten wegen Corona ihre Auslandseinsätze vorzeitig beenden. Nach sieben Monaten mussten die jungen Freiwilligen nach Deutschland zurück. Jakob Freiwald ist einer von ihnen. Der 18-jährige war in Indien und ist jetzt wieder in Bonn.

"Corona hat mir fünf Monate gestohlen"

Jakob Freiwald war sieben Monate im Don Bosco Anbu Illam in Chennai. Die Einrichtung kümmert sich um Straßenkinder und beherbergt ein Mädchen- und ein Jungenwohnheim. Der 18-jährige Bonner wohnte im Jungenwohnheim, begleitete die jüngeren Kinder zur Schule, gab  Nachhilfe in Englisch und half bei der Organisation von Festen und Ausflügen.

Rückkehr nach Indien

Wegen Corona musste Jakob sein Freiwilligenjahr vorzeitig abbrechen. Der Abschied kam plötzlich und unerwartet. Der 18-jährige hatte sich gut eingelebt und wollte gerne auch die restlichen fünf Monate dort bleiben - vor allem wegen der Kinder und Jugendlichen. Jetzt ist der Don Bosco Volunteer wieder in Bonn bei seinen Eltern. Doch eines ist ihm klar: Er möchte die Monate, die Corona ihm gestohlen hat, bald nachholen.

Don Bosco Volontär Jakob Freiwald berichtet:

"Ich empfinde viel Dankbarkeit"

Am Anfang habe ich Indien sehr vermisst. Vor allem die Kinder und Jugendlichen in Chennai. Im Freiwilligendienst habe ich unglaublich viel Liebe und Dankbarkeit erfahren. Hiervon konnte ich hoffentlich auch etwas zurückgeben. Außerdem habe ich gelernt, mich in einem  völlig fremden Land zurecht zu finden. Das ist eine gute Erfahrung.

Man kriegt sehr viel zurück

Und dann sind da noch die 54 Jungen der Don Bosco Einrichtung. Natürlich versteht man sich nicht mit allen gleich, aber trotzdem bin ich jedem einzelnen unglaublich dankbar für die tolle Zeit. Jeder Junge stellt einen vor neue Herausforderungen. Und  daran  wächst man. Das Schönste ist, man kriegt unglaublich viel zurück. Natürlich gibt es auch schwierige Momente, das gehört dazu. Aber alle Jungen waren einfach unheimlich dankbar, aufbauend und lieb. 

 

Interview im Domradio

Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote

Im Fokus der Tätigkeit als Don Bosco Volunteer stehen benachteiligte Kinder und Jugendliche, wie Straßenkinder. Die jungen Freiwilligen aus Deutschland helfen bei der Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung, assistieren im Unterricht und gestalten Freizeitangebote für die Mädchen und Jungen. In ihren Tätigkeitsbereich fallen Sport und Spiel, Kunst und Musik, handwerkliche Tätigkeiten und pädagogische Aufgaben.

Auslandsjahr vom BMZ gefördert

Im Vorfeld ihres Auslandseinsatzes werden die jungen Freiwilligen in Seminaren gründlich vorbereitet. Das Auslandsjahr wird vom Weltwärts - Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Auch in Deutschland kann man sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer deutschen Don Bosco Einrichtung bewerben.

Hier erfahren Sie mehr:

Volontär jubelt mit Kindern beim Fußball

Don Bosco Volunteers Website

Auf der Website von Don Bosco Volunteers erfahren Sie alle Details zum Freiwilligendienst sowie zur Bewerbung.

Volontärin trägt Mädchen Huckepack

Don Bosco Volunteers Blog

Auf dem Don Bosco Volunteers Blog schildern die Freiwilligen ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke direkt von vor Ort.

Noch Fragen?

Die Bewerberin oder der Bewerber sollte zwischen 18 und 28 Jahren alt sein und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Voraussetzung sind ein Hauptschul- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder das Abitur. Es ist auch möglich, sich mit einem Bachelor- oder Masterabschluss zu bewerben. 

Praktische Erfahrungen im sozialen Bereich - zum Beispiel in der Kinder- und Jugendarbeit - sind von Vorteil. Das können zum Beispiel ehrenamtliche Tätigkeiten in Musik- oder Sportvereinen sein. Als Don Bosco Volunteer ist es aber am wichtigsten, offen für fremde Kulturen zu sein.

Das Freiwilligenjahr wird vom Weltwärts-Programm des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 75 Prozent gefördert. Die restlichen 25 Prozent der Gesamtkosten werden vom Träger übernommen. Vorgesehen ist, dass die Freiwilligen sich mit einem Eigenanteil an diesen Kosten beteiligen. Dies ist zum Beispiel durch den Aufbau eines Spenderkreises möglich.

Unsere Erfahrung zeigt, dass Freiwillige oft erst nach sechs Monaten richtig vor Ort angekommen sind. Deswegen bieten wir nur einjährige Dienste an.

Jeder junge Mensch kann sich bewerben - unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit. Auch Bewerber ohne Konfession sind willkommen. Wichtig sind eine religiöse Offenheit und die Bereitschaft das Leben in der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos zu teilen. Teilnahme an Gebeten, Gottesdiensten und religiösen Festlichkeiten sind freiwillig.

Die Don Bosco Volunteers werden intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet. Vor der Ausreise finden drei Vorbereitungsseminare statt. Ausgebildete Trainer und ehemalige Freiwillige informieren über Themen wie Interkulturalität, die Pädagogik Don Bosco und medizinische Vorsorge.

***Corona-Krise*** Don Bosco hilft weltweit

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