Vier Jungs sitzen auf den Betten im Straßenkinderzentrum in Delhi Vier Jungs sitzen auf den Betten im Straßenkinderzentrum in Delhi

Interview: Kinderrechte in Indien

Bildung und Partizipation machen Kinder stark. Sie sollen lernen, sich selbst für ihre Rechte einzusetzen. Pater Joy Nedumparambil SDB erklärt, warum das Konzept in Bangalore erfolgreich ist.

"Bildung und Partizipation stärken Kinder"

Kinderarbeit ist in Indien weitverbreitet. Mädchen werden zudem früh verheiratet. Pater Joy Nedumparambil SDB ist Direktor der Nichtregierungsorganisation BREADS in Bangalore. Seine Organisation setzt vor allem auf Partizipation. Kinder und ihre Familien werden bei der Bekämpfung von Kinderarbeit beteiligt. Mit Erfolg!

Was ist das Besondere an dem Don Bosco Projekt CREAM?

Das Besondere ist der partizipatorische Ansatz. Wir beziehen die gesamte Bevölkerung, also Erwachsene, Kinder und Jugendliche in unsere Arbeit mit ein. Wir fragen sie, was sie am dringendsten brauchen. Hierzu machen wir auch Umfragen vor Ort. Wir arbeiten auch sehr eng mit den Dorfgemeinschaften zusammen. Eltern, Lehrer und Kinder werden über Kinderrechte aufgeklärt. Was sind die Ursachen für Kinderarbeit? Wie kann man das ändern? Die Erwachsenen sind dann verantwortlich dafür, dass die Kinderrechte in ihrem Dorf auch eingehalten werden.

Kinderarbeit ist in Indien weit verbreitet

Wichtig ist, dass wir die Kinder und Jugendlichen aktiv in diesen Prozess mit einbeziehen. Sie sollen einen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten. In dem südindischen Bundesstaat Karnataka etwa werden 44 Prozent der Mädchen frühzeitig verheiratet. Kinderhochzeiten sind weit verbreitet. Wir sensibilisieren für dieses Thema.

Wie arbeiten die Child Rights Clubs?

Einmal im Monat treffen sich die Kinder und Jugendlichen in den Clubs. Dort halten sie fest, wie viele Kinder arbeiten und nicht zur Schule gehen. Wie viele Mädchen wurden zwangsverheiratet. Die Zahlen geben sie dann auch weiter an die Regierung. Sie fordern die Regierungsvertreter auf, allen Kindern Zugang zu Bildung zu verschaffen. Die Jugendlichen gehen auch in die Familien. Sie sprechen mit den Eltern und klären sie über die schädlichen Folgen von Kinderarbeit auf. Ihre Forderungen, die Kinder wieder zur Schule zu schicken, zeigen oft Erfolg.

 

November 2017 - Das Interview führte Kirsten Prestin

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@donboscomission.de Auskunft.