Interview: Kinderrechte

Bei der Child Friendly Cities Initiative steht die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Pater Tony Pellissery SDB koordiniert das Projekt in Indien.

"Erfolg haben wir nur, wenn Kinder partizipieren"

Pater Tony Pellissery SDB koordiniert beim Don Bosco National Forum for the Young at Risk (YaR-Forum) die Intiative Child friendly Cities. Vier indische Städte werden dabei unterstützt, kinderfreundlich zu werden. So sollen Kinderarbeit abgeschafft, jede Form der Kinderrechtsverletzung geahndet und die Rechte von Kindern gestärkt werden. Weitere indische Städte sollen folgen.

Was bedeutet kinderfreundlich?

Kinderfreundlichkeit steht für uns immer im Kontext mit Kinderrechten. Eine Kommune, eine Stadt, ist immer dann kinderfreundlich, wenn sie jedem Kind ermöglicht, sich zu entwickeln und sein ganzes Potential zu entfalten. Und das in einem sicheren und unterstützenden Umfeld – ohne soziale Ausgrenzung und Diskriminierung.  Genau das fordert auch die UN-Kinderrechtskonvention: Das Recht jeden Kindes auf Überleben, Schutz, Entwicklung und Partizipation.

Was sind die größten Herausforderungen?

Unser Traum ist groß und unsere Ziele sind hoch gesteckt. Wir müssen uns enorm anstrengen. Wir müssen eine steile Lernkurve bewältigen und vor allem wir müssen die allgemeine Öffentlichkeit mitnehmen, das heißt Kinder und Erwachsene.

Was wurde bisher erreicht?

Unser Projekt ist im April 2018 in den vier indischen Städten Chandigarh, Vadodara, Rajahmundry und  Salem gestartet. Das Konzept von „Child Friendly Cities“ ist bei Kindern, zivilgesellschaftlichen Gruppen und sogar bei führenden politischen Vertreten auf Begeisterung gestoßen.

Es gibt jetzt viel mehr Bewusstsein für Kinder- und Menschenrechte, aber auch Diskriminierung und Ausgrenzung. Mehr als 20.000 Kinder und 6.500 Erwachsene sind für Kinder-und Menschenrechte sensibilisiert worden. Mehr als 5.000 Kinder haben sich in Kinderparlamenten und Kinderrechtsclubs organisiert. Mindestens  3.000 Kinder und Jugendliche haben an Aktivitäten teilgenommen, die sich mit Kinderrechten und Anwaltschaft befassen.

Warum ist Partizipation so wichtig?

Bei der „Child Friendly Cities“ Initiative steht die Partizipation von Kindern im Mittelpunkt. Das bedeutet, ihre Stimmen sollen nicht nur Gehör finden, sondern sie sollen aktiv werden. Deshalb engagieren sich die Jungen und Mädchen in ihren Gemeinden, in Kinderrechteklubs oder Schulen, um Bewusstsein für Kinder-und Menschenrechte zu schaffen. Damit sie erfolgreich sind, fördern wir die Kommunikationsstärke der Jungen und Mädchen und ihre Führungsqualitäten. Bei der Planung ihrer Aktivitäten werden die Kinder von erwachsenen Mentoren begleitet und unterstützt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Unsere Vision ist es,Städte zu schaffen, in denen Kinder von ihren Eltern, Lehrern, Aktivisten, Unternehmen, Medien, Nichtregierungsorganisationen und politischen Vertretern  unterstützt werden, ihre Rechte umzusetzen. Rechte, die in der indischen Verfassung und internationalen Abkommen verankert sind. Alle sollten sich gemeinsam für die Umsetzung der Kinderrechte einsetzen. Unsere Vision sind Städte, die die Interessen der Kinder bei ihren Planungen und Projekten von Anfang an miteinbeziehen. Das Kriterium „Kinderfreundlichkeit“ sollte überall integriert sein.

Oktober 2019 - Das Interview führte Kirsten Prestin

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@donboscomission.de Auskunft.