Junge steht vor einem Müllberg Junge steht vor einem Müllberg

Leben auf der Müllkippe

Viele Familien auf den Salomonen leben von dem, was andere wegschmeißen. Sie leben und arbeiten auf der Mülldeponie in der Hauptstadt Honiara. Die Kinder müssen ihren Eltern helfen und gehen nicht zur Schule.

Hoffnung für die Kinder von der Müllkippe

Riesige Müllberge türmen sich auf und der Gestank scheint unerträglich. Zahlreiche Familien durchsuchen die Mülldeponie von Honiara nach etwas Verwertbarem. Die Abfallberge sichern ihr Überleben. Ihre Kinder müssen mithelfen und gehen nicht zur Schule. Don Bosco möchte den Kreislauf der Armut durchbrechen und bietet Zugang zu Berufsausbildungen für Jugendliche und Alphabetisierungskurse für Kinder an.

Auf der Suche nach Verwertbaren

Bis tief in die Nacht durchwühlen die Familien den Müll. In der Hoffnung etwas zu finden, das sich zu Geld machen lässt. Sie leben von dem, was andere wegschmeißen: Plastik, Metall, Flaschen, verfaulte Lebensmittel, Papier und Pappe. Jeden Tag suchen die Familien nach recycelbarem Material, das sie für ein paar Cent verkaufen können. Die Abfallberge sind zu ihrer Heimat geworden. 50 Familien, insgesamt 250 Menschen, leben am Rande der Müllkippe von Honiara, der Hauptstadt der Salomonen.

Bildung als Ausweg

Der Vorort Ranadi liegt im Osten der Hauptstadt. Hier befindet sich auch die Müllkippe der Stadt mit zwei informellen Siedlungen. „Die meisten Familien auf den Salomonen können dem Teufelskreis der Armut nicht entfliehen. Sie können nicht mal die elementaren Grundbedürfnisse des täglichen Lebens stillen oder ihre Kinder zur Schule schicken“, betont Pater Srimal Priyanga Silva, Direktor des Don Bosco Technical Institute Henderson in Honiara. Auch die Kinder würden später wieder unter Armut leiden und keine Zukunftschancen haben. „Nur durch Bildung und eine gute Ausbildung kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden“, ist sich der Pater sicher.

Leben auf dem Müll

Schulpflicht gibt es nicht

Die Kinder und Jugendlichen müssten den Eltern bei der Arbeit helfen. Die meisten hätten noch nie eine Schule besucht. Auf den Solomon Islands gibt es keine Schulpflicht. 30 Prozent der Kinder, die die Grundschule verlassen, könnten weder lesen noch schreiben. Auch Jungen und Mädchen von weiterführenden Schulen hätten dieses Problem. „Die staatlichen Schulen können sich die Familien hier nicht leisten. Von den Kindern in Ranadi besuchen nur fünf eine Schule“, sagt Pater Srimal.

Mit dem Don Bosco Bus in die Schule

Seit Anfang 2019 bietet Don Bosco deshalb für Kinder im Grundschulalter Alphabetisierungskurse an. Auch Rechnen und Schreiben wird gelehrt. Etwa 70 Kinder zwischen fünf und 15 Jahren nehmen daran teil. Sie werden mit dem Don Bosco Schulbus auf der Müllkippe abgeholt und nach drei Stunden wieder zurückgebracht. In der Schule erhalten die Jungen und Mädchen auch einen kleinen Snack.

Ausbildung zu qualifizierten Fachkräften

Seit dem Jahr 2000 bietet das Don Bosco Technical Institute Henderson jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren Berufsausbildungen an. Mehr als 300 Studenten lassen sich in Kraftfahrzeugtechnik, Computertechnologie oder in der Wartung und Montage von Maschinen ausbilden. „Fast alle unsere Jugendlichen finden danach eine Arbeit. Mit dem Zertifikat von unserer Schule werden sie gerne genommen, weil sie qualifizierte Fachkräfte sind“, freut sich Pater Srimal.

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@donboscomission.de Auskunft.