Pressemeldung Indien: Schulschließungen und Lockdown – Psychische Folgen für Kinder sind gravierend

Der 13jährige Sampath kann nicht am Online-Unterricht teilnehmen. Copyright: Don Bosco Mission Bonn/Nishant Ratnakar/ichtv , Bild herunterladen

UN -Tag für Bildung

Seit fast einem Jahr sind die Schulen in Indien wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Viele Kinder sind vom Online-Unterricht ausgeschlossen und leben in sozialer Isolation – mit schwerwiegenden Folgen für ihre psychische Gesundheit. Don Bosco Mission Bonn erinnert anlässlich des UN-Tages für Bildung am 24. Januar an das Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen.

Kein Smartphone, Computer oder Internet

„Für eine Großzahl der Kinder in Indien ist der digitale Unterricht keine Alternative zum Präsenzunterricht. Denn sie haben weder ein Smartphone, noch einen Computer oder eine stabile Internetverbindung zu Hause“, betont Dr. Nelson Penedo, Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn. Diese Kinder fühlten sich sozial abgehängt und seien psychisch extrem belastet. Hinzu kämen finanzielle Probleme, da viele Eltern ihre Arbeit verloren hätten.

Mut machen und Zuversicht geben

„Wir wissen von unseren Partnern vor Ort, wie schwierig die Situation für junge Menschen ist. Hinzu kommt die finanzielle Situation der Familien", so Penedo. „Für uns als Don Bosco ist es deshalb unabdingbar, dass wir in diesen schwierigen Zeiten noch enger an der Seite der Kinder und Jugendlichen stehen. Wir müssen ihnen Mut machen, Zuversicht geben und ihr Selbstbewusstsein stärken.“

Folgen der sozialen Isolation 

Wie indische Medien berichten, ist die Zahl an Selbstmorden in Indien seit dem Lockdown im März 2020 sprunghaft angestiegen. Gründe hierfür sind finanzielle Probleme, aber auch die soziale Isolation durch den Lockdown. Indien hatte einen der härtesten Lockdowns der Welt verhängt.

Selbstmord als Ausweg

„Wir sorgen uns am meisten um die Kinder ohne Zugang zu digitalem Unterricht. Aufgrund des Lockdowns dürfen sie das Haus nicht verlassen, dürfen nicht draußen spielen und auch keine Freunde treffen. Das wird Spuren bei ihnen hinterlassen“, erklärt Don Bosco Schwester Rosy Lopez, Direktorin des Centre for Empowerment and Development of Women Society (CDEW) aus der südindischen Metropole Bangalore. Erschreckend sei, dass manche Kinder und Jugendliche keinen anderen Ausweg mehr sehen würden als sich das Leben zu nehmen. 

Schulschließungen seit einem Jahr

Seit März 2020 sind die staatlichen Schulen in Indien wegen Corona geschlossen. Dadurch können Millionen Schülerinnen und Schüler nicht mehr am Unterricht teilnehmen.

Don Bosco ist seit 1906 in Indien und ist zurzeit an mehr als 200 Standorten tätig. Im Fokus der Arbeit stehen benachteiligte Kinder und Jugendliche weltweit.


 

 Interviewpartner:

Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächpartner zum Thema "Indien: Schulschließungen und Lockdown".

  • Dr. Nelson Penedo, Geschäftsführer Don Bosco Mission Bonn
  • Sr. Rosy Lopez FMA, Direktorin CDEW Society, Bangalore.
  • Ursula Fischer, Projektreferentin Don Bosco Mission Bonn
     

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info(at)donboscomission.de Auskunft.