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Seit fast einem Jahr sind die Schulen in Indien wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Don Bosco Mission Bonn erinnert anlässlich des UN-Tages für Bildung am 24. Januar an das Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen.

Schulschließungen und Lockdown in IndienPsychische Folgen für Kinder sind gravierend

Seit März 2020 sind die staatlichen Schulen in Indien wegen Corona geschlossen. Manche Schulen bieten digitalen Unterricht an. Der Online-Unterricht wird die Bildungskluft im Land wahrscheinlich noch vergrößern. Nicht einmal zehn Prozent der Familien mit Schulkindern haben zu Hause einen Computer und Internet. Aber nicht nur die Bildungskluft wird größer, sondern auch die psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen, wie Depressionen, drohen zuzunehmen.

Der zerplatzte Traum von BildungSampath* 13 Jahre aus Indien

Kein Smartphone - kein Unterricht - keine Zukunft?

Sampath* kann am Online-Unterricht nicht teilnehmen. In seiner Familie gibt es nur ein Handy und das benötigt sein ältester Bruder. Wenn der Bruder morgens früh das Haus verlässt, nimmt er das Handy mit. Er braucht das Handy für seine Arbeit. Erst spät abends kehrt er nach Hause zurück. Für seine beiden jüngeren Brüder bedeutet das, dass sie keine Möglichkeit haben, am digitalen Unterricht teilzunehmen oder sich Lernvideos anzuschauen.

Die Brüder verbringen den Tag zu Hause, in einer Einzimmerwohnung. Dort leben sie mit ihrer Mutter und der Großmutter. Sampath ist bedrückt, denn er hatte große Pläne. Der 13jährige wollte Informatiker werden. Jetzt hat er schon ein ganzes Schuljahr verloren. Die  Zukunft ohne Zugang zu Bildung ist ungewiss.

*Name geändert

Sozial abgehängt

Für eine Großzahl der Kinder in Indien ist der digitale Unterricht keine Alternative zum Präsenzunterricht, denn sie haben weder ein Smartphone, noch einen Computer oder eine stabile Internetverbindung zu Hause. Diese Kinder fühlen sich sozial abgehängt und sind psychisch extrem belastet. Hinzu kommen finanzielle Probleme, da viele Eltern ihre Arbeit verloren haben.

Kinder stärken

Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern wissen, wie schwierig die Situation für junge Menschen ist. Deswegen stehen sie in diesen schwierigen Zeiten noch enger an der Seite der Kinder und Jugendlichen. So unterstützen die Don Bosco Schwestern in Bangalore die sogenannten  Kinderparlamente. "Die Jungen und Mädchen sollen lernen, wie Demokratie und parlamentarische Strukturen funktionieren. Dann können sie auch ihre Rechte einfordern und gehören zu den politischen Führern von morgen", ist sich Schwester Rosy Lopez FMA sicher.

Kinder an die MachtKinderparlamente in Indien

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

Don Bosco Mission Bonn veröffentlicht seine Jahresberichte im Internet. Auf Wunsch können sie auch zugesandt werden. Der Jahresbericht informiert über die Struktur von Don Bosco Mission Bonn, die Mitarbeiter, Mittelverwendung sowie Einnahmen und Ausgaben. Sollten Sie noch zusätzliche Fragen haben, gibt der Spender-Service Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info(at)donboscomission.de Auskunft.

Damit das Leben junger Menschen gelingt