Eine Mutter bringt ihre Tochter zur Schule Eine Mutter bringt ihre Tochter zur Schule

Syrien: Investition in die Zukunft

Die Salesianer Don Boscos haben Damaskus auch während der Kriegsjahre nicht verlassen. Sie wollten den Kindern und Jugendlichen vor Ort beistehen. Heute bieten sie den jungen Menschen Zugang zu beruflicher Ausbildung und helfen ihnen mit Kleinkrediten. 

"Das Schlimmste war die Angst"

„Willkommen in Damaskus!", begrüßt uns Pater Munir Hanachi. Dann tritt er aufs Gas und manövriert den Don Bosco Bus geschickt durch eine Lücke im dichten Verkehr. In der Hauptstadt Syriens läuft das Leben scheinbar wie gewohnt. Der Verkehr staut sich, in den Schawarma-Läden drehen sich riesige Fleischspieße am Grill, abends trinkt man in den Bars rund um Bab Touma libanesisches Bier und amerikanische Cocktails. Der Beginn der Kämpfe um Damaskus liegtnun bald acht Jahre zurück.

Pause vom Krieg

„Das Schlimmste war die Angst“, so der Salesianerpater über diese Zeit. Viele Jugendliche, die das Don Bosco Zentrum besuchten, wohnten in entfernten Stadtteilen. Sie wurden mit dem Don Bosco Bus von zuhause abgeholt.Der Weg von ihren Wohnungen ins Zentrum war wegen möglichen Beschusses unsicher. Und selbst im Don Bosco Haus bestand die Gefahr, dass jederzeit eine Mörsergranate im Spielhof einschlagen konnte. Der Besuch im Zentrum war für die jungen Menschen aber auch sehr wichtig.  Ein Stück Normailtät und Ablenkung vom Krieg. Hier konnten die Jungen und Mädchen Freunde treffen und gemeinsam spielen.

Haus der Hoffnung

Das Don Bosco Haus - weiß verputzt, kleiner Vorgarten mit schmiedeeisernem Zaun – steht in einer ruhigen Nebenstraße im Al-Salheya-Viertel. Im Hof und im Erdgeschoss des Hauses wimmelt es von Kindern und Jugendlichen. Dreimal die Woche unterstützt Manar Hanoun die Salesianer als Animateurin. Die 25-Jährige lebt bei ihren Eltern in Maarat Sednaya, eine christliche Siedlung nördlich von Damaskus.

Eindrücke aus Damaskus

Hoffnung im Jugendtreffpunkt

In Sednaya betreiben die Salesianer einen Jugendtreffpunkt. Dort hatte Manar Hanoun Pater Hanachi kennen gelernt. „Das veränderte mein Leben“, sagt sie heute. Der Pater konnte Hanoun für die Ideen Don Boscos begeistern und sie begann sich als Animateurin zu engagieren. „Das gab mir ein positives Gefühl.“ Zum Studieren musste Hanoun nach Damaskus. „Mein erstes Jahr an der Uni war 2012, am Höhepunkt der Kämpfe.“ Die meiste Zeit erlaubten ihre Eltern Hanoun daher nicht, in die Hauptstadt zu fahren. Sie versäumte Kurse und Examen und verlor fast zwei Jahre. 

Tragische Verluste

„Viele Jugendliche haben alle Hoffnung verloren“, sagt Bruder Dany Kerio. Der Salesianer mit dem kurz rasierten Bart hat gerade einen Tanz mit den Kindern und Jugendlichen im Hof organisiert. „Auch wenn die Jugendlichen hier ausgelassen sind und lachen, darf man nicht vergessen, dass fast jeder von ihnen tragische Verluste erlitten hat“, betont Bruder Dany. Viele junge Menschen wollten das Land verlassen.

Perspektiven bieten

Die Salesianer setzen sich dafür ein, dass die jungen Leute in Syrien bleiben. Um Perspektiven zu schaffen, vergeben sie Mikrokredite. Sechs Jugendliche wurden bisher mit bis zu 3.000 US-Dollar unterstützt, was ihnen den Start in die Selbstständigkeit ermöglichte. Das Projekt wird 2020 fortgesetzt und auf Aleppo ausgeweitet.

Neues Ausbildungszentrum

In der Nähe von Damaskus haben die Salesianer zudem Bauland erworben. Dort soll ein neues Zentrum mit einem Oratorium, einer Kirche und beruflicher Ausbildungsstätte entstehen. „Vom Installateur über Schneider bis Web-Entwickler – es wird eine Menge Trainings geben“, freut sich Pater Hanachi. Der Salesainerpater blickt voller Zuversicht über das neu erworbene Land: „Das Ausbildungszentrum wird die Jugendlichen befähigen, Syrien nach neun Jahren Krieg wiederaufzubauen.“

 

Text: Markus Schauta

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

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