kochende Jugendliche in der Don Bosco Hotelschule kochende Jugendliche in der Don Bosco Hotelschule

Vietnam

Francis van Hoi leitet eine Don Bosco Gastronomieschule in Saigon. Jugendliche aus armen Familien werden zu Köchen und Hotelfachkräften ausgebildet. Wer in der Schule aufgenommen wird, hat die Chance der Armut zu entkommen.

"Es geht nicht nur um fachliches Können"

Francis van Hoi weiß, was Armut ist. Armut und Hunger prägten seinen Alltag als Kind in Vietnam. Als Francis van Hoi nach Deutschland kam, jobbte er gerne in Restaurants. „Das ist eine harte Arbeit, aber du hast immer genügend zu essen. Selbst Essensreste können gut schmecken“, so der Vietnamese der heute ein erfolgreicher Gastronom ist.

Vom Tellerwäscher zum Gastronom

Der Vietnamese war der älteste von neun Geschwistern. Seine Familie war arm. Doch der junge Francis wollte sich diesem Schicksal nicht ergeben. "Armut ist kein Schicksal, sondern nur eine Phase, die irgendwann vorbei ist. Wenn du fleißig bist, dann kannst du auch erfolgreich sein", erklärt van Hoi überzeugt. 1976 floh er von Vietnam nach München. Dort begann er in Restaurants auszuhelfen. Erst als Tellerwäscher, dann machte er eine Ausbildung zum Koch bis er später ein erfolgreicher Gastronom wurde.

Staatenlos und Heimatlos

"Als ich in Deutschland angekommen bin, hatte ich keinen Koffer dabei und besaß noch nicht mal einen Mantel. In meinen Dokumenten stand: Staatenlos, heimatlos", so der zweifache Vater. Deutschland hat mir die Chance gegeben, zur Schule zu gehen, einen Betrieb aufzubauen und meine Ideen zu verwirklichen. Dafür bin ich sehr dankbar."

Gründung der Gastronomieschule in Vietnam

Seine Erfahrungen möchte er gerne an andere weitergeben. Deshalb hat er in Ho Chi Min City, ehemals Saigon, mit Unterstützung von Don Bosco Mission Bonn eine Gastronomieschule gegründet. Eine Schule, die einzigartig in dem asiatischen Land ist. 120 Jugendliche besuchen zurzeit die Einrichtung im Süden des Landes. Alle kommen aus armen Familien. Innerhalb von drei Jahren lernen sie die Gastronomie von der Pike auf. Mit acht sehr etablierten Hotels kooperiert die Schule bereits. Die Nachfrage nach den Schülerinnen und Schülern ist riesig. Fachpersonal ist in Vietnam Mangelware.

Deutsche Küche ist beliebt

In der Don Bosco Schule wird international gekocht, auch herzhafte deutsche Gerichte stehen auf dem Lehrplan. Bayerischer Schweinebraten mit Knödeln und Blaukraut gehört dazu. Das Leibgericht von Francis van Hoi ist beliebt in den Restaurants. "Die Vietnamesen in Ho Chi Minh City lieben es essen zu gehen und fremde Gerichte auszuprobieren. Die Restaurants und Hotels sind immer ausgebucht."

Auch der Glaube spielt eine wichtige Rolle

Die Schule arbeitet nach den Standards der deutschen Industrie-und Handelskammer. Professionalität und Qualität stehen ganz oben auf der Agenda - doch es gehört noch mehr dazu: "Es geht nicht nur um die Vermittlung von fachlichem Können, es geht auch um die soziale, menschliche Entwicklung. Die jungen Leute sollen zu guten und verantwortungsvollen Menschen erzogen werden. Der Glaube, die christliche Überzeugung spielt hierbei eine wichtige Rolle", so Francis van Hoi.

Jeder Mensch ist gleich viel wert

"Die meisten, Jungen oder Mädchen, die zu uns kommen, leiden an Minderwertigkeitskomplexen. Sie denken, weil sie arm sind, sind sie weniger wert. Ich möchte ihnen zeigen, dass sie ein wichtiges Glied der Gesellschaft sind und so viel wert sind, wie jeder andere Mensch auch", betont van Hoi.

Noch Fragen?

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorgers Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für die Jugend einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Don Bosco Mission Bonn fördert Projekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern in circa 80 Ländern. Schwerpunktländer sind:

  • Afrika: Demokratische Republik Kongo, Ghana, Elfenbeinküste, Kenia, Madagaskar, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südafrika, Südsudan, Uganda.
  • Asien: Indien, Myanmar,Philippinen, Vietnam
  • Ozeanien: Papua Neuguinea, Salomonen
  • Lateinamerika: Argentinien, Bolivien, Haiti, Kolumbien, Peru
  • Nahost: Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei
  • Osteuropa: Albanien, Republik Moldau, Rumänien

Eine Übersicht finden Sie in unserer Länderkarte.

In unseren Projekten fördern wir Kinder und Jugendliche weltweit, die am Rand der Gesellschaft leben oder Gefahr laufen, ausgegrenzt zu werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, eine zerrüttete Herkunftsfamilie, Drogenerfahrung, Aberglaube, Leben im Slum, Zugehörigkeit zu einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe oder aufgrund der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Wir engagieren uns für junge Menschen in Not – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Herkunft und Weltanschauung.
Damit das Leben dieser jungen Menschen gelingt!

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